Die Glotze — Die jüngere Evolution brachte es mit sich, dass die meisten Sinnesleistungen des Menschen in der Rückbildung begriffen oder schon verkümmert sind. Was dem Menschen verblieb und was noch zu einer bachtlichen Leistung fähig ist, das ist das Gehör und das Sehvermögen. Und genau diese beiden Sinne werden vom populärsten Medium der heutigen Zeit in Beschlag genommen, so dass kein Raum für eigenes Wahrnehmen mehr verbleibt. Ist es bei einer solchen Verstopfung der Wahrnehmung ein Wunder, dass so viele Menschen kaum noch ein Wissen über die Dinge haben, die für ihr Leben von wirklicher Wichtigkeit sind?

Die Liebe — Wenn in einem Liebesfilm nach vielen Wirrungen die beiden endlich zusammenkommen, denn geben sie sich einen langen Kuss, weil sich die direkte Darstellung des Geschlechtsverkehres in einem Unterhaltungsprodukt der Contentindustrie noch nicht gehört. Dazu schwillt die Musik an, als ob der weichgezeichnete Kussraum voller Geigen hinge. Und. Es folgt der Abspann. Alles Miteinander blendet die gestanzte „Romantik“ dieser Produktionen aus, es gibt keine Beziehung. Kein Bild vom Manne, der von Arbeitslosigkeit bedroht seine Arbeit macht und erschöpft nach Hause kommt, kaum noch zu einer sexuellen Regung imstande. Kein Bild von der Frau, die sich unter Geldsorgen in den Einkaufskrieg stürzt, das quengelnde Kind hinter sich herzerrt und irgendeinen billigen Fraß zusammenpantscht. Ist es bei solchen vielrezipierten Klischees von der Liebe verwunderlich, dass die Menschen nicht zu einem gemeinsamen Leben imstande sind, wenn ihre Gefühle füreinander erkalten?

Die Soap-Opera — Wie trefflich die Contentindustrie ihren eigenen Stoff erzeugt. Was die Auslassungen in der industriellen Darstellung der Liebe an zwischenmenschlichen Defekten verursachen, das macht sie zu neuem Stoff, zur täglichen Gelegenheit, Kunstfiguren bei der intriganten psychischen Zerfleischung zuzuschauen. Menschen, die im Frieden, vielleicht sogar in Solidarität miteinander leben, sie sind gewiss kein gutes Geschäft.

Das Geld — Die Banken sagen den Menschen in ihrer Reklame, dass sie doch „ihr Geld für sich arbeiten lassen“ sollen. Doch was arbeitet da wirklich? Oder besser: Wer arbeitet da wirklich? Hat auch nur einmal jemand Geld beim Arbeiten gesehen? Hinter dem dummen Beizsprech der Werber zeigt sich schon beim flüchtigsten Gedanken überdeutlich der versklavende Charakter des gegenwärtigen Geldsystemes.

Das Spiel — Gelegentlich liest der aufmerksame Leser, dass Computer inzwischen schon viel besser Schach spielten als die meisten Menschen. Meist kombiniert sich solches Berichten mit Spekulationen über eine demnächst mögliche, künstliche Intelligenz. Aber auch der Aufmerksamste. Übersieht leicht. Was hier falsch berichtet wird. Ein geeignet programmierter Rechner kann gegen einen menschlichen Gegner beinahe immer im Schachspiel gewinnen, aber eines kann er (noch) nicht: Er kann nicht spielen.

WirtschaftswissenschaftlerEin anderes Wort für Menschenhasser.