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Wenn man durch die Straßen deutscher Ortschaften geht, fällt es niemals schwer, ein Schulgebäude auf dem ersten Blick als solches zu erkennen. Denn. Es trägt den ganzen Ungeist des Schulwesens in Deutschland offen vor das Auge. Der gesamte Bau ist nach den gleichen „ästhetischen“ Maßgaben gestaltet, unter denen zu seiner Bauzeit Fabriken errichtet wurden. Und. Zeigt damit den fabrikmäßigen Charakter dessen, wofür dieser Bau errichtet wurde.

Bei aller Ähnlichkeit: Anders als bei einer Fabrik finden sich an einer Schule keine technischen Anlagen zur Produktion. Denn dort. Wird mit psychologischen Mechanismen aus den jungen Menschen produziert, die an diesem trüben Ort unter Zwang einen an sich schönen Lebensabschnitt vergeuden müssen. Was dort aber mit den Menschen produziert wird, das ist nicht „Wissen“ und schon gar nicht „Bildung“, sondern eine Anpassung an die gewünschte Disziplin für die spätere fabrikmäßige Verwurstung der menschlichen Schaffenskraft. Ob diese Anpassung durch Unterwerfung. Oder durch Abstumpfung geschieht. Ist für diesen Vorgang unerheblich. Die Schule ist keine „Lernfabrik“, was wegen der individuellen Form jedes menschlichen Lernvorganges auch gar nicht möglich wäre, sie ist eine Fabrik zur zwangsweisen Disziplinierung von Menschen. Wer als aufrecht gehendes Kind — was heute unter den Bedingungen medialer Kindverblendung und institutionaliserter Entelterung bereits eine Seltenheit ist — in diese Anstalt zum Menschzerbruch gerät, wird sich entweder in sein trübes Nutzleben fügen und von dort mit einem Abschluss entlassen werden, der noch ein Minimum persönlicher Perspektive ermöglicht; oder aber, er wird sich nicht darin fügen und dafür auf Grund der schulischen Bewertungen seines Seins zu einem aussichtslosen und gesellschaftlich wirkungslosen Dasein verdammt werden.

So wenig die betroffenen Schüler bewusst darum wissen, mit welcher gemeinen Perfidie sie in der Schulfabrik Menschen zu fabriktauglichen Robotniks geformt werden sollen, so sehr spiegelt der Soziolekt der Schüler die angewandte Methodik und Gewalt des Schulbetriebes wider. Den Ort nennen die Schüler einfach „Penne“, und der in diesem Worte gegebene Bezug auf die Bewusstlosigkeit des Schlafes drückt aus, dass die Schule kein Ort für bewusste Regungen in Eigenverantwortung ist. Die Leerer Lehrer nennt des Schülers Mund „Pauker“ oder — im gewaltsamen Aspekt etwas deutlicher, aber ebenfalls nach dem Schlagzeuge — „Steißtrommler“, was trefflich das Monotone und Hypnotische des gesamten Betriebes ebenso wie die angewandte Gewalt widergibt.

Wer immer aus der politischen Kaste angesichts des Zustandes des Schulwesens in der BR Deutschland in die wortgeilen Kameras und Mikrofone etwas von einer „Bildungsrepublik“ faselt, ohne auch nur einen Nebengedanken auf jene Strukturen zu richten, die Bildung unter den Bedingungen des bestehenden Systemes unmöglich machen, entlarvt sich als hohle Phrasenschleuder in der Frühphase des Wahlkampfes. Und zeigt. In der Blindheit solchen Redens. Dass er um den Erfolg der zwangsweise verabreichten Beschulung wohl weiß und nur wenig Wert auf eine Veränderung legen wird.