Ich weiß nicht, ob das nur mir so geht. Als Nichtanwender des immer obsoleter werdenden Mediums Fernsehen empfinde die Aufbereitung des ARD-Videotextes für das Internet als praktisch unbrauchbar. Sie macht den Eindruck, als gäbe es sie nur, um ein bisschen mehr die Rundfunkgebühr für Computerbesitzer zu rechtfertigen. Und deshalb werden auch nicht die technischen Möglichkeiten des neuen und alles in allem besseren Mediums Internet ausgenutzt. Es gibt kein Archiv und somit auch keine Möglichkeit, einen im Videotext erscheinenden Text dauerhaft zu verlinken. Stattdessen wurde die Flüchtigkeit des bestehenden Mediums bruchlos in das Internet gerettet, was in Bezug auf das Internet schon ein recht schmerzhafter Medienbruch ist — da hilft es auch nicht, dass mit einem Fetzen JavaScript die aktuelle Uhrzeit eingeblendet wird, als ob nicht seit 1985 jeder verbreitete Desktop eine Möglichkeit böte, die Zeit einzublenden, während man eine Information über den zeitlichen Stand der Meldung (außer natürlich bei den Börsenkursen, denn die sind ja ganz wichtig) vergeblich sucht.

Die Dürftigkeit dieses Angebotes ist insofern schade, als dass diese Kürzsttexte eben gerade durch ihre Kürze den Blick besonders scharf darauf richten, mit welchen Mitteln, Schwerpunkten und Verschweigungen die Redaktion der viel zu hoch geachteten Tagesschau den politisch und wirtschaftlich gewünschten Eindruck zu erwecken sucht.

Deshalb habe ich mich heute einmal an die Tasten gesetzt und ein kleines Python-Skript geschrieben, das mir gewisse Teile des dort Nachgerichteten in einer einzelnen Datei zusammenfassen kann. Das Ergebnis dieser Mühe stelle ich zum freien Download zur Verfügung, damit sich nicht noch einmal jemand anders diese Arbeit machen muss. Lizenziert ist das Programm unter der Piratenlizenz. 😉

Dies ist die aktuelle Version. Ältere Versionen finden sich am Ende des Textes.

Download-Link: Python-Skript zur Archivierung des ARD-Videotextes, V1.3

Das Skript ist — so weit ich das beurteilen kann — frei von Bugs. Ich habe es vorsätzlich so geschrieben, dass es als Modul in einer beliebigen anderen Python-Anwendung verwendet werden kann, sehe aber auch ein, dass einiges besser gehackt sein könnte. Die Kommentare sind knapp, aber für eine Anpassung an andere Bedürfnisse nach meinem Erachten ausreichend. Das im Skript enthaltene Beispiel gibt die zusammengestellten Texte einfach nur in die Standardausgabe aus, dieser Output kann mit Mitteln des Betriebssystemes in eine passend benannte Datei umgelenkt werden. Auf einem unixoiden System ist es auch sehr leicht, diese Ausgabe regelmäßig als Mail abzusenden, um auf diese Weise ein leicht durchsuchbares Archiv in seinem Mailclient anzusammeln.

Bei der Anwendung dieses Skriptes bitte ich zu bedenken, dass die Texte im ARD-Videotext einem Urheberrecht unterliegen und nicht einfach zweitverwertet werden dürfen.

Ältere Versionen