Sie sagte zu mir: „Schreib doch nicht immer so ein negatives Zeug. Schreib doch einmal etwas erfreuliches, zum Beispiel einen Text über Blumen.“ — Frauen und ihre Neigung zur emotionalen Selbstmanipulation! Es. Gibt einfach nichts Kälteres. Manchmal glaube ich, dass gerade Frauen so viel Kälte in ihrer Brust haben, dass sie sich selbst die Routine der Arbeit in einem Menschenschlachthaus oder eine andere irdische Hölle noch mit ein paar hingeworfenen Blümchen und etwas dekorativem Material zu ihrem Streben nach einem dummen Klischee von Glück kommensurabel machen würden. Und. Auf diese Weise ihren Beitrag zum Erhalt von unmenschlichen Zuständen leisten, für die sie die Verantwortung so gern bei Männern ablegen.

Genug der bösen Worte über ein Geschlecht, dass ich nur wegen meiner gelegentlichen Vergiftung durch Sexualtoxine manchmal ein wenig ertragen kann. Denn der meisten Frauen Streben nach derartigen Formen der Selbstmanipulation ist schon recht auffällig. Kaum einmal ein Haushalt einer Frau, der nicht mit hochgezüchteten und auffällig blühenden Pflanzen übersäht wäre. Die Tatsache, dass es sich bei diesen „Blumen“ um die Geschlechtsorgane der Pflanzen handelt, ist für diesen Hang gewiss nicht ohne Bedeutung, sondern ein Spiegel des auch ansonsten unter Frauen sehr beliebten Einsatzes ihrer Geschlechtlichkeit zum Erzielen eigener Vorteile. Auch mag in diesem Zusammenhang erklärlich werden, dass die Geschlechtsorgane der Pflanzen so gern abgeschnitten und in einer dekorativen Vase zur Schau gestellt werden, dies ist ein Spiegelbild der eigenen Abtrennung und damit nur eine andere Form der täglichen Maskerade.

Tatsächlich mag ich auch Blumen. Ich mag sie so sehr, dass ich niemals auf die Idee käme, sie abzuschneiden. Es sind aber weniger die gezüchteten Kulturprodukte, die mich erfreuen können, sondern mehr jenes Blühen, dass auch vom emsigsten Rasenmäher und von des allgegenwärtigen Asfaltes Gewalt nicht erwürgt werden kann. Es ist das. Was von den meisten Menschen nicht mehr wahr-genommen wird. Zum Beispiel…

Gänseblümchen

…sind zurzeit auch die gepflegten (als Pflege in diesem Zusammenhang bezeichnet einer das Erwürgen von Pflanzen, wenn er vorgibt, die „Natur“ zu leben) Rasenflächen übersäht von Gänseblümchen, so dass sie stellenweise eher weiß als grün wirken. Und. Das empfinde ich als einen ebenso erfreulichen Anblick, wie den Löwenzahn, der sich durch die Risse im Asfalt Bahnen bricht oder wie das so genannte „Unkraut“, das sich noch die trübsten und unfreundlichsten Ruinen des zerfallenden Industriezeitalters zurückholt und des Frühlings sogar den abgestandenen, öligen Gestank dieser Orte durch einen aromatischen, krautigen Duft verdrängen kann. So etwas ist wirklich erfreulich. Und. Wenn man schon so ein abstraktes, die kalte Sprache der Wissenschaften in ein psychisches Gebiet tragendes Wort dafür verwenden will, „positiv“.

Mit fröhlichem Gruß an K.

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