Aktuelle Ergänzung: Für die Probleme beim Hochladen von Bildern gibt es verschiedene, im englischen Supportforum beschriebene Workarounds. Vielleicht hilft das manchem, der gerade verzweifeln möchte. In jedem Falle können Bilder hochgeladen werden, wenn man den Firefox mit dem aktuellen Flash-Plugin verwendet. Aber überschüttet mich jetzt bitte nicht mit Fragen, wie man das aktuelle Flash-Plugin unter verschiedenen Linux-Distributionen zum Laufen kriegt, wenn das Installationskript eine nicht passende glibc anmeckert und aussteigt, sondert wendet euch damit an das jeweilige Supportforum eurer Distribution. Völlig ohne Gewähr und ohne eigene, umfangreiche Tests weise ich darauf hin, dass es offenbar auch möglich ist, zur vorhergehenden Version von WordPress zu wechseln. Wer das macht, der handelt auf eigene Gefahr und sollte in jedem Fall vorher einen Backup anlegen.

Weitere aktuelle Ergänzung: Die heute veröffentlichte Version „Brubeck“ von bbPress arbeitet nach Aussage im Entwicklerblog auch mit WordPress 2.5 zusammen. Ich habe das noch nicht getestet.

Es war eine schwere Geburt, bei der es sich die Entwickler nicht leicht gemacht haben. Der selbst erzeugte, völlig unnötige Termindruck hat sich nicht bewährt, sondern angesichts der gegenwärtigen Angriffswellen auf WordPress-Blogs eher noch zur Verunsicherung beigetragen. Aber jetzt ist es soweit, und WordPress 2.5 wurde veröffentlicht. (Es gibt bei WordPress Deutschland auch einen Hinweis in deutscher Sprache.)

Ich habe mir eben die Release runtergeladen und in einer lokalen Installation getestet. Meine Meinung zur neuen Benutzerführung habe ich ja schon deutlich genug dargelegt, und zwar hoffentlich so, dass niemand von einem allzu garstigen Urteil abgeschreckt wird.

Natürlich habe ich bei meinem damaligen Test nichts über kleine und größere Fehler geschrieben, das wäre ein unangemessener Maßstab gegenüber einer Vorveröffentlichung, anhand derer ja Fehler gefunden und beseitigt werden sollen. Und. Natürlich sind mir damals schon so einige kleine und größere Fehler aufgefallen.

Nun, jetzt handelt es sich um eine offizielle Veröffentlichung. Im Moment sieht jeder WordPress-Blogger, der sein Dashboard besucht, die gelb hinterlegte Aufforderung „Eine neue WordPress-Version ist verfügbar! Bitte aktualisieren Sie jetzt.“ — an eine solche Veröffentlichung darf man ja wohl einen etwas höheren qualitativen Maßstab anlegen als an eine Beta oder einen RC. Und. Deshalb muss ich eine Warnung aussprechen, bevor jemand allzu blind glaubt, dass er nun endlich eine Version erhält, die problemlos verwendbar ist:

Nicht voreilig auf die aktuelle Version updaten!

So unübersehbar die Aufforderung zur Update in jeder Seite des Dashboards auch sein mag, so gern man sich auch eine aktuelle Version mit vielen beseitigten Fehlern holen möchte:

Vor dem Update nachdenken und in jedem Fall einen Test in einer lokalen Installation machen!

Ich beschreibe jetzt nur die Schwächen, die mir binnen 15 Minuten in der aktuellen Release von WordPress 2.5 aufgefallen sind und die diese Release für mich (und wohl viele andere Blogger auch) zurzeit unbrauchbar machen.

➡ Die neue Medienverwaltung ist mit dem Webbrowser Opera nicht benutzbar. Da praktisch jeder, der mit mir persönlich zu tun hat und mit dem ich gemeinsame Projekte im Internet habe, diesen Browser benutzt, ist es für mich nicht möglich, den Update durchzuführen.

Es ist zwar möglich, eine Datei hochzuladen, aber es ist völlig unmöglich, die hochgeladene Datei mit Opera in einen Post einzufügen. Die Bilder erscheinen zwar in der Liste, aber es nicht möglich, die Details zu einem Bild anzeigen zu lassen; und es ist damit auch nicht möglich, an einen Link für das Bild zu kommen. Die an sich guten Erweiterungen (Medienverwaltung, konfigurierbare Skalierung der Vorschaugröße) nützen gar nichts, wenn in einem solchen Fall nicht einmal ein Weg zur Verfügung gestellt wird, an einen einfachen Link für die hochgeladenen Dateien zu kommen. Da tröstet es denn auch nicht besonders, wenn Matt im WordPress-Blog schreibt, dass er damit schon über tausend Fotos hochgeladen hat — ganz im Gegenteil, man wünscht sich, dass die Entwickler ihr Werk wenigstens einmal mit den populären Browsern ausprobiert hätten. Angesichts der Tatsache, dass etwa acht Prozent meiner Besucher den Opera benutzen und angesichts der Tatsache, dass dieser Browser eine ideale Software für Menschen ist, die einfach nur das haben wollen, was man beim Internet-Explorer nicht kriegt und was man beim Firefox mit vielen Plugins nachrüsten muss, ist das schon etwas schmerzhaft. Ich habe übrigens wesentlich mehr Besucher mit Opera als mit dem Safari, der gewiss gut unterstützt wird…

Kurz gesagt: Wer Opera benutzt, kann die neue WordPress-Version nicht verwenden. Oder er muss eben mit einem anderen Browser bloggen, wenn er dies nicht als übergroße Zumutung empfindet.

➡ Wer ein bbPress-Forum zusammen mit WordPress verwendet und die Benutzertabelle zwischen beiden Anwendungen teilt, wird feststellen, dass dies mit der aktuellen WordPress-Version nicht mehr funktioniert. Da ich zwei Projekte mit zugehörigem bbPress verwende, ist mir bei diesen Projekten der Upgrade nicht einmal dann möglich, wenn ich keine Rücksicht auf Opera-Nutzer nehmen muss.

Kurz gesagt: Wer WordPress und bbPress so benutzt, dass die Benutzerdaten zwischen den beiden Anwendungen geteilt werden, kann die neue WordPress-Version nicht verwenden.

Angesichts der Tatsache, dass bbPress eine Forumssoftware ist, die eigens für das Support-Forum von WordPress entwickelt wurde, ist diese Einschränkung besonders schmerzhaft und unverständlich. Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, dass in Kürze eine angepasste bbPress-Version veröffentlicht wird, aber wer darauf nicht gewartet hat, der hat jetzt ein Forum, an dem sich kein registrierter Nutzer mehr anmelden kann.

Ich halte es durchaus für möglich, dass es noch weitere, teilweise schwere Schwächen in der aktuellen Release gibt. Es ist schade, wenn man die Installation einer Release als ein Wagnis betrachten muss, aber genau das ist es im Moment: Ein Risiko für die Funktionsfähigkeit eines stark erweiterten Blogs. Allerdings bin ich mir gewiss, dass die schlimmsten Schwächen in den nächsten Wochen behoben werden und dass es in vier bis acht Wochen eine Release geben wird, die man bedenkenlos empfehlen kann.

Angesichts der möglichen Probleme kann ich nicht deutlich genug empfehlen, vor dem Update einen vollständigen Backup der Datenbank und des laufenden Blogs anzulegen, um im Problemfall mit Leichtigkeit auf den vorherigen Stand zurückgreifen zu können. Wer dazu bereit ist, probiere es ruhig aus — denn abgesehen von einigen ergonomischen Unreifen in der neuen Benutzerführung enthält die neue Version von WordPress durchaus gute Ideen.

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