Dies ist mehr ein hannöversches Thema, und eigentlich gar nicht so recht hannöversch, sondern eher etwas für die Lindener unter meinen Lesern…

Ich habe ja schon im September letzten Jahres ein paar Bilder dieser tristen Betonburg namens „Ihmezentrum“ veröffentlicht, die den ästhetischen Begriff dieses Menschenschließfaches der Siebziger Jahre gut einfangen. Natürlich ist diese Zumutung von den meisten Menschen niemals angenommen worden, und die gesamte, recht junge Geschichte dieses Machwerkes ist eine Geschichte von Pleiten und Pannen.

Nun, wie ich damals schon andeutete, ist dieses Ding, das leider viel zu immobil ist, als dass man es einfach in die vorbeifließende, trübe Ihme schieben könnte, inzwischen wieder ein Objekt für Spekulanten, die dort beabsichtigen, das Geld anderer Leute zu verbrennen oder zu vermehren. (Umbauen, ein bisschen Glas, ein bisschen Stahl, vielleicht wirds ja angenommen und kann verkauft werden…)

Flyer: Dies ist kein Lindenpark! Weder Linden, noch ein Park!Das zynischste an diesem Geldzauber ist wohl die Reklamesprache. Den Menschen, deren Alltag von Anblick und Zustand dieser Betonmassen täglich vergällt wird, soll dieser vergiftete Keks jetzt als „Lindenpark“ verkauft werden. Als ob es schöner würde, wenn man ihm einen schöneren Namen gibt! Dabei ist dieses Ding in Linden von Anfang an ein Fremdkörper gewesen, es ist also nicht gerade „Linden“ — und „Park“ ist die wohl unangemessenste denkbare Bezeichnung für diese hohen, grauen Türme, die nur ein Selbstmörder als einladend empfinden kann. (Der Sprung von dort oben ist zuweilen sehr beliebt und wird dann zum regelmäßigen Ereignis, da helfen auch Kameras und bauliche Maßnahmen nicht.)

Um diesen Gehirnpflug nicht unwidersprochen hinzunehmen, habe ich eine Grafik im Postkartenformat (A6) mit 300dpi Auflösung gebastelt. Dieses Bild steht unter der Piratenlizenz und kann so von jedem in Selbstverantwortung völlig frei verwendet und bearbeitet werden. Wer sich vom Sprachblendzauber der Werber genau so angewidert fühlt wie ich, der mache daraus kleine Postkarten oder etwas anderes, um seinen Protest auf diese Weise zu äußern und der stumpfen Wiedergabe des zynischen Reklamebegriffs durch die lokale hannöversche Journaille etwas entgegen zu setzen.

Um den Ausdruck zu vereinfachen, steht das Bild auch als PDF in vierfacher Anordnung auf einer DIN-A4-Seite zur Verfügung; idealerweise wird es auf einem Drucker ausgedruckt, der einen randlosen Druck ermöglicht.

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