Das Suchtmittel aus dem Jahr 1980: PacmanWer die Gelegenheit dazu hat, sollte sich ruhig einmal in Ruhe alte Computer- und Arcarde-Spiele anschauen. Gerade in der Zeit zwischen 1980 und etwa 1988 ist es bemerkenswert, wie viele gute Spielideen hervorgebracht wurden und mit wie viel Aufwand diese Ideen auf unzulänglicher Hardware technisch umgesetzt wurden. (Natürlich ist das Pacman-Bild kein Beispiel für eine geistreiche Spielidee.) Das steht im auffälligen Gegensatz zu den relativ einfältigen Spielen, die heute produziert werden. Die heutigen Spiele haben zwar gute Hardware und gute graphische Möglichkeiten zur Verfügung, zeichnen sich aber oft durch die routinierte Einfalt der Spielideen aus. Man kann beinahe den Eindruck bekommen, dass das unübersehbar künstlerische in den künstlichen Welten vieler alter Spiele durch die bestehenden technischen Einschränkungen hervorgebracht wurde.

Um noch einmal auf den Pacman zurückzukommen: Sicherlich keine große Idee, aber ein großes Werk, das mit viel Aufwand erstellt wurde. Was heute unvorstellbar erscheint: In diesem schlichten Spiel, das im Oktober 1980 veröffentlicht wurde, stecken 7,5 Mannjahre Arbeit (ein Team von fünf Mitarbeitern brauchte anderthalb Jahre für die Umsetzung) — offenbar hat man sich damals Zeit gelassen. Das verhinderte allerdings nicht, dass die Programmierer Fehler gemacht haben: Wenn jemand den Level 255 geschafft hatte, geriet das Programm in einen undefinierten Zustand und präsentiert einen nicht mehr spielbaren Level. Vermutlich wurde das einfach nicht getestet, weil keiner der Programmierer glaubte, dass jemand so lange durchspielen kann und will. Wie sie sich getäuscht haben!

Advertisements