Wenn der Fühlende und Denkende durch eine fremde Stadt geht, wird ihm in der derzeitigen Einheitskultur die Orientierung sehr leicht gemacht. Alles sieht allerorts ähnlich aus, es ist nicht einmal mehr erforderlich, etwas zu lesen, um die zivilisatorischen Hervorbringungen recht zu deuten. Auch ein Stadtplan ist so lange entbehrlich, bis eine bestimmte Anschrift gesucht wird.

Wenn der Fühlende und Denkende beim Weg durch eine fremde Stadt etwa an einem Gebäude vorbei kommt, das die zweckmäßige „Ästhetik“ einer Industrieanlage hat, ohne dass er irgendwelche Hinweise darauf sieht, dass dort materielle Güter produziert werden, so weiß er sofort, dass es sich um eine Schule handelt. Und er weiß. Dass in dieser Fabrik „Menschenmaterial“ produziert wird; gefügiger und würdeloser „Roh-Stoff“, der im täglichen Zerbruch gelernt hat, nicht zu widersprechen und auch noch unausgesprochene Anforderungen zu erraten und zu erfüllen. Und. Der gründlich verlernt hat, dass ein Mensch selbst tätig werden kann. Und. Er weiß, dass somit dort die wichtigste „Substanz“ für jenen kulturellen Zerfall geschaffen wird, der für die Nutznießer der gegenwärtig über die Gesellschaften ablaufenden Prozesses so ein gutes Geschäft ist.