Es ist mal gerade einen Monat her, dass versucht wurde, die zahlreichen Benutzer der deutschen WordPress-Version mit einem standardmäßig mitgelieferten Plugin an den Handel mit Links heranzuführen.

Zum Glück für viele wurde dieser Versuch nach massivem Widerstand aufgegeben. Was damals schon als Thema im entsprechenden Thread im Support-Forum von WordPress Deutschland aufkam, ist jetzt nämlich Wirklichkeit geworden. Ein Handel mit Links verstößt gegen Googles Richtlinien, und Google hat jetzt eine „Abstrafung“ von Sites durchgeführt, die sich mit professionellen Linkhandel finanzieren — das Google-Ranking wurde einfach herabgesetzt, um die betroffenen Sites in den Google-Suchergebnissen bedeutungslos zu machen. Für viele kommerzielle Sitebetreiber ist das ein schmerzhafter Verlust geworden, da mit der Bedeutungslosigkeit in Google natürlich auch Traffic wegbricht, der sich durch die eingeblendete Werbung in barer Münze auszahlt.

Ich weiß im Moment nicht, ob auch der Linkhandel über LinkLift von dieser recht drastischen Maßnahme Googles betroffen ist. Aber es ist gut vorstellbar, da hier genau diese Form von Handel mit einer käuflichen Linkplatzierung betrieben wurde. Wenn es der Fall ist, dass auch mit LinkLift kooperierende Sites betroffen sind, denn dürften jetzt viele Nutzer dieses kurzzeitig zum Standard-Download gehörenden Plugins mit einer miesen Findbarkeit in der zurzeit wichtigsten Suchmaschine für Internet-Inhalte gestraft sein. Der Traum vom mühelos, nebenbei beim Bloggen verdienten Geld wäre wie eine Seifenblase zerplatzt.

Und ehrlich gesagt: Mein Mitleid mit diesen Bloggern hielte sich in engen Grenzen.  😈

Aber bei aller nachträglichen Häme: Google selbst ist in dieser Angelegenheit höchst unglaubwürdig. Schließlich tritt Google mit seinem eigenen AdSense-Programm im großen Geschäftsfeld der Internet-Werbung an, und es verbleibt der fade Beigeschmack, dass hier verschiedene Mitbewerber unter Missbrauch des Quasimonopols von Google geschädigt werden sollen. Das lässt an einen anderen Quasimonopolisten denken, der sich in der Vergangenheit durch massiven Missbrauch seiner Marktposition nicht gerade als Paradebeispiel für die alles besser machenden „Kräfte des freien Marktes“ geeignet hat: Microsoft.