Die Werbung gefällt sich — genau wie die bildende Kunst vor der Industrialisierung, deren später Nachhall jetzt als Kitsch die Haushalt der Fühllosen schmückt — darin, Idealbilder des menschlichen Körpers zu transportieren. Sie stellt diese jedoch nicht in den Kontext des exquisit Heldischen, Heiligen oder Göttlichen, sondern macht diese Ideale in ihrer einseitigen Kommunikation zu einem für jedermann und jederfrau durch Konsum erlangbarem Zustand. Diese Massenstanze hat eine schlimme gesellschaftliche Auswirkung, da sich zu viele Menschen an diesen „televisionär“ erreichbar gemachten Idealbildern orientieren.

Dass der Handvoll von weiblichen Top-Models Milliarden ganz gewöhnlicher Frauen gegenüber stehen, gerät in  breites Vergessen. Absurd wird der Anspruch von Männern an den weiblichen Körper, absurd aber auch der Anspruch von Frauen an ihrem eigenen Körper. Die immer häufiger zu sehenden, geradezu verhungerten und Bulimie-Frauen, die jeden Liebreiz an das sehr künstliche Ideal des Schlankseins abgetreten haben, sie sind das Spiegelbild des Wahnsinnes der Werbung in der Gesellschaft. Ihre mit großem persönlichen Leiden verbundene Krankheit zeigt deutlich das Pathogene des Prozesses, der gegenwärtig über die Gesellschaften abläuft.

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