Nazi-Denkmal am Maschsee, Hannover: Wille zum Aufbau gab werkfrohen Händen den Segen der Arbeit. Freude, Gesundheit und Kraft spende fortan euch der See!

Dies ist die Aufschrift des Nazi-Denkmales am Nordufer des hannöverschen Maschsees, die ihre Botschaft bis heute unwidersprochen und ohne jede Relativierung in die Welt sprechen darf: „Wille zum Aufbau gab werkfrohen Händen den Segen der Arbeit — Freude, Gesundheit und Kraft spende fortan euch der See! 1934-1936“

Warum niemand dieser Botschaft widerspricht? Weil sie zum damaligen Hitlerfaschismus genau so gut gepasst hat, wie sie zum heutigen Wirtschaftsfaschismus und dem damit einher gehenden, mit Zwangsmaßnahmen verbundenen, heutigen politischen Gefuchtel für „Arbeit für jeden um jeden Preis“ passt, wie sich etwa in Lutz Hiebers Text „Der Hannoversche Maschsee als sozialgeschichtliches Fallbeispiel“ erahnen lässt:

Zum Zwecke propagandistisch verwertbarer Erfolge bei der Reduktion der Arbeitslosenzahlen setzte die nationalsozialistische Regierung Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Gang, zu denen der Bau von Autobahnen und andere Projekte, wie der Bau des Maschsees in Hannover, zählten. Dabei war gleichgültig, ob die Investitionen ökonomisch nachhaltig waren und tatsächlich zur Belebung der Konjunktur beitragen konnten. Die Propaganda vermittelte den Menschen das subjektive Gefühl, dass allein die Regierung die Wirtschaftsentwicklung wieder voranbringen würde. Allerdings zeigen die objektiven Daten, „dass die Löhne bis zum Kriegsbeginn 1939 kaum das Niveau von 1928 erreichten“

Wie ähnlich doch die Propaganda eines Unmenschentums aussieht, dass den Wert des Menschen nur daran misst, dass er im Prozess abstrakter Arbeit anderen Menschen Werte schafft.

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