Ein prächtiges politisches Manöver hat die gegenwärtige Regierung der Bundesrepublik da hingelegt, ein Manöver, das jedem Sehenden zeigt, wie es in den Köpfen dieser Menschen wirklich aussieht. Wolfgang Schäuble, der amtierende Innenminister hat seine gesetzlosen, unmenschlichen und verfassungsfeindlichen Ideen offensiv in die zentral organisierten Medien der Content-Industrie gepustet und ein großes Echo bei jenen ausgelöst, die sich für informiert halten. Unterdessen hat seine Komplizin aus dem Berliner Regime, Justizministerin Frau Zypries, in aller Ruhe und kaum beachtet die rechtlichen Grundlagen für die weit gehende Bespitzelung aller Menschen in Deutschland geschaffen. Nur wer dumm und blind ist, würde nicht daran denken, dass so etwas abgesprochen und gezielt aufgeführt würde. Diese Leute haben Spezialisten für den gezielten und planvollen Umgang mit Medien, und diese Spezialisten wissen inzwischen auch, wie die Aufmerksamkeit der Bloggenden gelenkt werden kann.

Der weitere Verlauf der Geschichte ist jetzt schon klar. Schäuble wird seine Worte ein wenig relativieren, und alle werden sich sagen: „So schlimm ist es ja doch noch nicht.“ Und die Stasi 2.0 sitzt fortan an allen Datenleitungen, Mobilfunknetzen und Telefonanschlüssen, kann im Prinzip jede Bewegung und jeden Kontakt jedes Menschen in Deutschland registrieren und überwachen und die Idee eines von Staat nicht antastbaren Bereich des Privaten ist zu Grabe getragen worden. Und zwar, ohne dass dies groß bemerkt worden wäre. Von Widerstand ganz zu schweigen.

Ende dessen, was viele vielleicht als „Verschwörungstheorie“ bezeichnen werden. Das Wort „Theorie“ ist hier auch gründlich falsch, es handelt sich um „Praxis“.

Nachtrag: Sehr lesenswert ist der Telepolis-Artikel zu diesem Thema. Als kleine Geschmacksprobe nur ein Zitat, das deutlich macht, mit welchen Schurken man es hier zu tun hat:

Von deutschen Abgeordneten wird gerne die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung als Zwang zur Vorratsdatenspeicherung bezeichnet. Dabei wurde die EU-Richtlinie erst auf den Weg gebracht und verabschiedet, als sich z.B. der deutsche Bundestag gegen die Vorratsdatenspeicherung aussprach, welche zu jenem Zeitpunkt noch freiwillig umgesetzt werden konnte. Es war Brigitte Zypries, welche sich mit einem persönlichen Brief an alle Abgeordneten des EU-Parlamentes wandte und nach der Entscheidung des Bundestages die Vorratsdatenspeicherung auf dem Wege einer EU-Richtlinie als deutsche Gesetzgebung vorantrieb. Nun jedoch übt man sich in Machtlosigkeitsrhetorik.

Den Links im Artikel sollte nur folgen, wer einen stabilen Magen und keinen Hang zu Amokläufen hat.