Ich habe eben gerade eine DVD gesichtet, die ein Bekannter aus seinem Archiv für mich angefertigt hat. Es handelt sich um eine Zusammenstellung verschiedener Dokumentationen zum Thema Spielsucht. Darunter auch eine 45minütige Reportage des ZDF aus den frühen achtziger Jahren.

Inzwischen ist das ZDF ja von einem so niederen Niveau, dass mein erster Impuls darin bestand, diese Aufzeichnung zu überspringen. Das habe ich aber doch nicht getan, und das war auch gut so. Ich hatte im Laufe der Jahre völlig vergessen, dass man im ZDF unter einer Dokumentation auch einmal etwas anderes verstanden hat als eine mit aufdringlichem Psychogeklimper versalzene und vom Spielszenen und gerenderten Modellen garnierte Zusammenstellung von löchrigem Halbwissen, plumpen Esoterik-Gelaber, wüster Spekulation und klaffender Nullinformation.

Durch die Aufzeichnung genoss ich vorgründig eine alte Dokumentation zu einem trüben Thema, aber hintergründig eine immer noch aktuelle Dokumentation zu einem noch trüberen Thema, nämlich zum Niedergang des Journalismus im halbstaatlichen Fernsehen der BRD. Da das Medium „Fernsehen“ für viele Menschen die zuvörderst genutzte Quelle für Informationen ist, wundert mich die breite Verblödung der Menschen in der BRD gar nicht mehr.