Wolfgang Schäuble (Person) — Gegenwärtiger Innenminister der Bundesrepublik Deutschland. Nachdem er vor einigen Jahren ein Attentat überlebt hat, ist es ihm nie gelungen, dieses Trauma zu überwinden, das ja auch mit erheblichen und bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen verbunden ist. Er fand allerdings eine sehr eigentümliche, komplexe und kreative Form der Verdrängung, die in der Psychoanalyse beinahe ohne Beispiel sein dürfte. Es ist noch die gewöhnliche, jedem Trauma eigene psychopathologische Dynamik, dass die unverarbeitete Vernichtungsangst im Moment des Anschlages immer wieder aktualisiert wird; auch dass eine psychologische Entlastung durch die Bildung einer Wahnidee, durch die Verschiebung der eigenen Opferrolle auf die „Gefährdung des demokratischen Rechtsstaats“ herzustellen versucht wird, ist eher gewöhnlich und zeugt in dieser speziellen Ausprägung von überzogenem Narzissmus. Im höchsten Maße ungewöhnlich aber ist es, dass sich in der psychopathologischen Dynamik des Herrn Schäuble zusätzlich ein Element der Identifikation mit der Täterrolle hergestellt hat, dass er sich gewissermaßen schützen will, indem er dem Täter zuvor kommt. Er tut dies durch Ausübung seiner besonderen politischen Einflussmöglichkeiten, die er einsetzt, um jene Zustände von Willkür, Unrecht und Unfreiheit herzustellen, die eigentlich den Plänen der Terroristen entsprechen.

Die Beobachter dieses interessanten Falles sind gespannt auf die weitere Entwicklung. Eine positive Prognose für den weiteren Verlauf können sie allerdings leider nicht geben, weder für Herrn Schäuble noch für die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland.