Wer als Mann nach einigen Jahrzehnten der Einwirkung „emanzipatorischer“ Propaganda wirklich glaubt, dass Frauen das sanftere, herzigere, fühlsamere, kurz, das im besseren Sinne des Wortes menschlichere menschliche Geschlecht seien, der sollte sich einmal in aller Ruhe diverse Medienprodukte für Frauen anschauen — und zwar vor allem die erfolgreichen. (Nein, die „Emma“ ist hiermit nicht gemeint. Sie ist allerdings einseitig genug, um solche Themen einfach zu „übersehen“, was ebenfalls einer Betrachtung würdig wäre.)

Schon der „Genuss“ einer gewöhnlichen Soap-Opera — und dieser Auswurf der Content-Industrie wird fest mit der „Zielgruppe“ Frauen im Auge erstellt — gibt Einblicke in eine beschädigte, verfinsterte Welt, zu deren Anblick sich viele Frauen entspannt zurücklehnen und unterhalten lassen können. Alles Miteinander der dort dargestellten Menschen ist von Zank und Intrige zerfressen, alltäglicher, scharfer Psychoterror macht den Figuren dieser Produktionen den Alltag zur Hölle. Das ganze wird unterlegt mit einem ausdruckslosen Musiksurrogat, dass ähnlich wie die Funktionsmusik im Hintergrund eines Kaufhauses nur noch zur emotionalen Manipulation der „Zielgruppe“ taugt — und zwischendurch kommt stets die gute Nachricht, das Evangelium des Konsumismus: Werbung für blizeblankes Waschpulver und alle Segnungen des hirnlosen Konsums. Wie stumpf und herzzerfressen müssen die täglichen Zuschauerinnen eigentlich sein?

Die neue Welt der Frauen: Eine Welt voller Diäten, Schmerzen, Tod und Krankheit

So vorbereitet auf das, was der Auswurf der Content-Industrie sonst noch für Frauen bereit hält, kann mann denn einen mutigen Blick in die wirklichen Abgründe werfen und sich der aufmerksamen Lektüre einiger so genannter „Frauenzeitschriften“ zuwenden.

Was sich darin heiter, bunt und „unterhaltsam“ aufbereitet findet, ist an Zynismus kaum zu überbieten. Es fängt an mit dem platten Kult um jene genetisch verkommenen Adelsgeschlechter, die im größten Teil Europas zum Glück für die dort lebenden Menschen weit gehend entmachtet sind. Dabei begnügt sich das blutdurstige Äuglein der Leserinnen nicht an den auch schon recht schlimmen normalen Hofschranzen, die jeden Fühlenden und Denkenden vor den Gefahren jahrhundertelanger Inzucht warnen sollten. Nein, diese Karikatur einer Hofberichterstattung muss auch noch eigene, nach Möglichkeit hoch empörende Geschichten erfinden und reich mit Fotos ausschmücken, die auf äußerst fragwürdige Weise gewonnen werden.

In welcher Weise eine Angehörige des brtischen Hochadels, Lady Diana, bei der Gewinnung solcher Fotos vor noch gar nicht so langer Zeit von einer Horde barbarischer, durch Geldgier entseelter „Fotojournalisten“ in den Tod gehetzt wurde, scheint den Leserinnen beim Genuss solcher Darbietungen entweder völlig gleichgültig zu sein, oder es mag sogar in gar nicht so wenigen Fällen ein zusätzliches Gewürz in dieser allwöchentlichen Seelenspeise sein, wenn es denn einmal bewusst wird.

Aber auch der sonstige „redaktionelle“ Teil eines solchen Machwerkes zeigt deutlich, welche Welt sich die Leserinnen gern antun, während sie im Alltag die Schwärze ihrer vereiterten Seelen hinter schwülstigen Düften und bunten Blütengirlanden verstecken. Es ist — kurz und doch nicht verkürzt gesagt — eine beschädigte Welt voll von Diät, Krankheit, Neid, Schmerz und Tod, die zum allwöchentlichen Ergötzen einer an jedem Abgrund geil gewordenen Leserinnenschaft führt und die Klimpergroschen in das Säckel der Verleger solchen Schundes bringt.

Genau daran sollte jeder Mann denken, der wieder einmal den Spruch „Ihr Männer wollt doch immer nur das eine“ hört — vielleicht fällt dann auch die passende Erwiderung ein.