Die gegenwärtige Bundesregierung sieht Bedarf für ein weiteres Denkmal.

Inzwischen sind ja so viele Soldaten der Bundeswehr in der Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen, dass sich für die politische Kaste die Gelegenheit ergibt, mit gut geübtem betroffenen Gesichtsausdruck in die Fernsehkameras hinein das große Gedenken aufzuführen. Und so eine Großlüge sieht eben viel beeindruckender aus, wenn sie vor der richtigen Kulisse geschieht. Deshalb muss so ein Ehrenmal her, ein protziger Blutbau für die gefallenen Söhne des Volkes, welche die Grenzen Deutschlands im fernen Afghanistan, in Afrika und in Zukunft wer weiß sonst noch wo sichern sollen — vielleicht sogar bald schon durch gezieltes Feuern auf die Bevölkerung der BRD, wenn ein politischer Amokläufer wie Wolfgang Schäuble seine Pläne durchsetzen kann. An solchem Ort kann man dann regelmäßig feierlich die dressierten Männlein den großen Zapfenstreich aufführen lassen, dass es den hochgastigen Schreibtischtätern noch so richtig feucht in den Augen wird. Helm ab zum Gebet!

Dass es zu diesem „Denkmal“ kommen wird, erscheint jedem Denkenden als sicher — im Moment fragt man sich eher, in welcher freien Ecke Berlins der Stein abgesetzt wird und wie pompös und monströs er gestaltet wird. Zu gut passt ein solches Bauwerk in den (gar nicht so) neuen, höchst verantwortungslosen politischen Stil der BRD, der sich einen Scheißdreck um die grundgesetzlichen Aufgaben der deutschen Armee kümmert. Ebenso, wie sich dieser Stil generell nicht mehr um irgendeinen gesetzlichen Rahmen für das politische Tun bekümmert. Da muss man doch wieder soldatische „Tapferkeit“ feiern, die vor allem individuelle Selbstverleugnung zu Gunsten einer verantwortungslosen und latent verbrecherischen Bande ist.

Ich meinerseits bitte um die Errichtung eines weiteren Ehrenmales in Deutschland. Es sei dem mutigen Deserteur gewidmet, der seine eigene Freiheit und Unversehrtheit für so viel höher und wichtiger hält, dass er sich zur Flucht entschließt, obwohl ihm große Strafen für diesen Schritt drohen. Und auch mein Entwurf steht fest: Ein zwei Meter hohes, sehr naturgetreues Abbild eines Gras mümmelnden Hasen.

Wie sehr ist das Wort „Hasenfuß“ unter der allgemeinen Verherrlichung der Härte, der Selbsthasses und der Gewalt doch zum Wort des Schimpfes geworden, und wie viel friedlicher wäre diese Welt doch, gäbe es mehr Hasenfüße unter den Menschen.