Archive for November, 2006


Pfingsten

War jesus tot
stand wieder auf
und fuhr empor.

Der jünger träger haufen
blieb in der lauten stadt
und stellte zage fragen
in das träge nichts hinein.

So viel die augen tranken, —
drei fuße jahre wanderung
mit jetzt vermisstem ärgernis —
so wenig kam verstand zum kopf.

(Was will man auch erwarten:
von fischern und halunken
und ihrer schranken sicht?)

Heut kam die welt zum geiern feiern —
in die tummel rummel stadt,
empor zum glitzer geld gold tempel
zum gott des schlachtens und des kaufens —
da fehlte jenen lust zum singen jauchzen,
trüb und traurig war das brüten…

…da flog der himmel heiter auf.
Zungen bleckten feuer hui
sezten sich auf leere köpfe,
lehrten diesen haufen reden
die er selbst nicht recht verstand;
doch sprach der mund,
dnum stose seigam boget famen
und fremder zungen staune ohren
konnten hören und verstehen
was die angsten männer sprachen.
Man begann dem Gott zu danken
mit freigesang und ohne scheu
der keinen gleichschrit wirken wollte.
Das war die herrschaft Gottes
die den priester nicht mehr brauchte
noch der hohlen formeln sang.

Den lehrern mit den hohen hüten
und dem feingewirkt gewand
lag da nur eine deutung nahe:
besoffen sind sie allesamt,
die narren! Zur hölle! Der satan!

Die hölle hörte dieses helle rufen
und sandte, was dem kult gefiel:
Paulus formte steine kirche,
baute auf den geld gold knast
für gottes geist und jesus
(es fiel ihm leicht, er kannte jesus nicht) —
er nannte es erkenntnis licht und wahrheit.

Kurz war des himmels heiterkeit
und lang des gottesknast geschichte;
der gleichschritt tönt ins heut hinein,
den pfaffen ist das »pfingsten«.

Gold baumelt heillos jesus leiche
gebenedeit gebenedeit gebenedeit.

Doch Gott ist noch nicht tot,
schlief nur ein wenig ein
vom letzten wort zum sonntag.

(Vergleiche Apg. 2, 1-36)

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Kain und Abel

Die biblische Geschichte von Kain und Abel (1. Mose 4, 1-16) sollte trotz des fortgeschrittenen Kulturverlustes der meisten Menschen noch allgemein bekannt sein. Das folgende, gekürzte Zitat ist der revidierten Luther-Übersetzung entnommen:

Es begab sich aber nach etlicher Zeit, daß Kain dem HERRN Opfer brachte von den Früchten des Feldes. Und auch Abel brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR sah gnädig an Abel und sein Opfer, aber Kain und sein Opfer sah er nicht gnädig an. […] Da sprach Kain zu seinem Bruder Abel: Laß uns aufs Feld gehen! Und es begab sich, als sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.

Vieles ist zu dieser wuchtigen Erzählung aus der Frühzeit unserer Kultur geschrieben worden, aber eines wurde dabei gern übersehen, und das ist die Komponente der Zivilisation. Kain war Schäfer, ein Nicht-Seßhafter, der mit seinen Tieren durch das Land zog, einer; der gewiss oft in Zelten wohnte. Abel hingegen war Bauer, ein Mensch, der Land bestellt und Gräser auf besseren Ertrag züchtet. Dieser kleine Hinweis des alten Textes zu Kain deutet bereits auf ein seßhaftes Leben hin, das gewiss in einem festeren Haus stattfand und schließlich zu der Form von Zivilisation führte, die sich bis heute fortsetzt. Es schwingt viel Zivilisation in der kurz skizzierten Person Kains mit, und der so zivilisierte Kain ist der erste in der Bibel berichtete Mörder.

Könnte es ein besseres Bild für die menschenverachtende und mörderische Gewalt aller Zivilisation geben, die seitdem die Geschichtsbücher füllt? Es verwundert rückblickend gar nicht, dass JHWH das Opfer Kains „nicht gnädig annahm“.

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Soapoperas

Die Fußball-Bundesliga ist auch nur eine Soapopera, allerdings eher an Männer gerichtet. Die ARD („Sport ist das Erste“) hat sich zu einem Sender entwickelt, dessen Programm zum größten Teil aus Soapoperas besteht.

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Immer wieder höre ich es aus den Massenmedien für Massenmenschen. Gewisse Krankheiten, wie etwa Diabetes, Gicht, durch Übergewicht bedingte Herz- und Kreislaufkrankheiten und neuerdings sogar gelegentlich schwere psychische Beeinträchtigungen werden als „Zivilisationskrankheiten“ bezeichnet — und die Menschen, die solches hören, plappern das Wörtlein gern nach und machen es damit zur Grundlage ihrer Weltdeutung, ihrer Wahrnehmung.

Dabei könnte kaum etwas irreführender sein als ein solches Wort. In Wirklichkeit ist jede Zivilisation krank, die Menschen achselzuckend solchen Beeinträchtigungen hingibt; sie ist in ihrem Innersten faul. Diese Zivilisation muss durch eine andere ersetzt werden.

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Mindfuck

Wie schön, was Wikipedia hier über die Zahl 23 schreibt:

Die Dreiundzwanzig sowie ihre Quersumme 5 werden in Robert Anton Wilsons und Robert Sheas Romanserie Illuminatus-Trilogie in einer selbst erdachten Numerologie als Zahlen des Unglücks, der Zerstörung sowie nicht zuletzt der Illuminaten bezeichnet. Mit dem 1785 verbotenen bayrischen Orden hat die Zahl indes mit Sicherheit nichts zu tun. Vielmehr kann Wilsons Mystifikaktion um die Zahl als ein Mindfuck verstanden werden, ein erhellendes Experiment am eigenen Bewusstsein, das dessen Manipulierbarkeit verdeutlichen soll: Da im Buch immer wieder betont wird, welche große und unheilvolle Bedeutung die Zahl angeblich habe, achtet der Leser, ohne es bewusst zu merken, vermehrt auf diese Zahl, sodass sich der unheimliche Eindruck einstellt, sie tauche sowohl im eigenen Leben als auch in der Weltgeschichte überproportional häufig auf. Dieser Effekt ist aber nicht in der Realität, sondern in der durch die Lektüre des Buches auf die Zahl fokussierten Wahrnehmung begründet.

Wer des Nachts wach ist, betrachtet auf dem Hintergrund dieser kleinen Erläuterung die so genannten „Informationen“ aus den Massenmedien. Wie viel Wahrnehmung dort doch auf das fokussiert wird, was für das Leben der Menschen unwichtig ist, ohne dass Menschen diese Enteignung ihrer Wahrnehmung jemals bewusst würde — und wie sehr die Wahrnehmung dafür von jener Realität abgezogen wird, welche die Menschen eigentlich am persönlichsten und unmittelbarsten betrifft.

Oh, der Nachtwächter klingt ja plötzlich wie ein Verschwörungstheoretiker. 😉 Es wirkt…

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Geprüfte Markenqualität

Gütezeichen-RAL: Geprüfte Markenqualität

Was mich bei diesen ganzen, auf jeder Verpackung billiger Nahrungsmittel aufgedruckten Gütezeichen am meisten interessieren würde: Uns wird eine „geprüfte Markenqualität“ versprochen. Was ist bei allen diesen ganzen Prüfungen nur herausgekommen?

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Problemlösung

Ich es einmal mehr. Ich sah, wie ein Windows-Anwender seine Probleme mit dem Computer löst. Er fährt einfach den Rechner herunter, und wenn das nicht mehr geht, schaltet er den Rechner aus. Entweder „geht es“ nach dem Hochfahren wieder, oder Windows wird eben neu installiert. Diese Vorgehensweise wird für völlig „normal“ gehalten.

Der Mensch, den ich so vorgehen sah, wirkte dabei ebenso mechanisch, bewusstlos und unreflektiert wie der Computer, den er benutzte.

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Allmorgendliche Abtreibung

Das Frühstücksei ist Mord am ungeborenen Küken.

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Antichristlich

Der Nachtwächter fährt auf seinem Fahrrad an einem Jugendlichen vorbei. Der Jugendliche trägt schwarz, ganz genau wie auch der Nachtwächter; und auf der Brust des Jugendlichen prangt als stolzer Schmuck ein etwas zu groß geratenes, recht schlichtes Metallkreuz, natürlich mit dem langen Ende nach oben.

Der Nachtwächter spricht den Jugendlichen an.

Nachtwächter: Du Bruder, entschuldige bitte, aber warum trägst Du das Kreuz so herum? Willst Du mit dem Petruskreuz auf das Leiden Petri aufmerksam machen?

Jugendlicher: Ich trage das Kreuz falsch herum, weil das antichristlich ist. Und ich bin auch antichristlich.

Nachtwächter: Bruder, wenn Du ein wirklich antichristliches Zeichen auf deiner Brust tragen willst, denn häng Dir ein Herz um! Oder hast Du schon einmal einen Christen mit Herz erlebt?

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Ein Mann, der seine eigene Gespaltenheit nicht mehr ertragen konnte, fand den Anblick einer Axt sehr anziehend. Er beschloss, sich mit der Axt selbst zu töten. Während er mit einer schnellen Bewegung seines rechten Arms die scharfe Kante der Axt auf seinen Kopf zurasen ließ, dachte er seinen letzten Gedanken: „Das Scharfe muss in das Stumpfe!“

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Brot und Spiele

Brot macht satt und Spiele entspannen; aber wer sich nur noch „Brot und Spielen“ zuwendet, wird zwangsläufig dumm.

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Auch wenn in den nächsten Tagen und um die kommende Jahreswende der Werbe- und sonstige Propaganda-Apparat heiß laufen wird, sei dies klargestellt:

  • Das Internet ist kein Rundfunk.
  • Computer sind keine Rundfunkempfänger.
  • Die Erhebung einer Zwangsabgabe für Computerbesitzer (eine so genannte „Rundfunkgebühr“) zur Finanzierung des halbstaatlichen Rundfunks der BRD ist eine Frechheit, die ich nicht hinnehmen werde.
  • Ende der Kommunikation.

Weitere Informationen zum Thema gibt es beim Gebühren-Igel.

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