Es ist immer wieder der gleiche Ablauf in der BRD: Da läuft ein junger Mensch ohne Hoffnung und Aussicht mordend herum, und schon malen Politik und Journalie reflexartig die bösen „Killerspiele“ an die Wand. Dass die Stellungnahmen des Täters auch ganz andere, viel alarmierende Schlüsse zuließen, wird dabei ignoriert und entsprechende Dokumente werden von den Polizeibehörden in einem Akt der Zensur aus dem Internet entfernt, damit sich auch niemand eine eigene Meinung bilden kann. Im Moment gibt es neben einigen archivierenden Bloggern nur noch den Google-Cache, und der wird auch nicht sehr beständig sein — auch hier ist die schnell einsetzende Zensur in der BRD zu erwarten.

Mir fällt an diesen ganzen blutigen Ereignissen allerdings eine ganz bestimmte Parallele auf, die ebenfalls vom geradezu konditionierend beschworenen Thema der „Killerspiele“ wegführt: der Tatort.

Es handelt sich bei ResistantX nicht um einen Amokläufer, weshalb ich dieses Wort für die maßlose Tat auch vermeide. Die Tat war vorbereitet, ihr ging ein bewusster Prozess voraus: eine Vorbereitung, die auf eine Planung folgte, die wiederum auf eine Fantasie folgte. ResistantX mag sich in den Jahren davor oft verstellt haben, um in seiner Umgebung leben zu können, seine Tat war gewiss unverstellt und Ausfluss seiner Persönlichkeit, seiner Erfahrung, seiner Absichten. Dabei hatte er keine Verstellung mehr nötig, der eigene Tod war fester Bestandteil des gesamten Planes.

Es ist also nichts Beliebiges in der Ausführung einer Tat, die doch als letztgültige Karthasis für ein Leben dienen sollte, um dass sich ResistantX (wohl auch mit gutem Recht) betrogen fühlte.

Auch der Tatort ist nicht beliebig gewesen: Es handelte sich um seine Schule. Und genau dieses Muster gab es in der jüngeren Vergangenheit mit ermüdener Konstanz bei ähnlich gelagerten Mordanschlägen.

Was sich in der Gewalt dieser maßlosen Taten zeigt, ist nichts als das verzerrte Spiegelbild der Gewalt des jetztigen Systemes der staatlichen Zwangsbeschulung.

Nicht die „Killerspiele“ sind zu stoppen, sondern die „Killerschulen„.

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