Archive for September, 2006


Zeitgemäßer Okkultismus

Wie sich der unverständliche Aberglaube doch in der Kombination mit der unverstandenen Technik neue Felder im Randbereich einer Gesellschaft erobern konnte, die von ihrer gebildeten Elite gern als „aufgeklärt“ bezeichnet wird! Ein Horoskop, das als Ausdruck aus einem Computer gekommen ist, gilt gleich als viel zuverlässiger.

Dies ist Spiegelbild einer kranken Beziehung zu allem Technischen, das nicht etwa mehr der Menschen Weg erleichtern soll, sondern der Menschen Weg anführen soll.

Und jetzt falschrum

Wie sich doch alle Maßstäbe geändert haben! Ursprünglich diente die Technik einmal dazu, dem Menschen zu nützen. Doch das vorbei, machen sich doch jetzt viele Techniknutzer zu Dienern ihrer geilen Geräte.

Manche Menschen erlauben es sogar bestimmten Maschinen, sie so sehr zu langweilen, dass sie davon einschlafen.

Unzeitige Weihnacht

Immerhin, dieses Jahr hat es bis Anfang September gedauert, bis Aldi Nord die ersten Weihnachtsartikel in den Regalen hatte. Letztes Jahr konnte ich den Anblick von Zimtsternen, Dominosteinen und Spekulatius schon Ende August haben; und zwar bei wirklich warmem Sommerwetter.

Ist das jetzt das Bestreben des Einzelhandels, das Geschäft mit dem großen Fest des Seelenkitsches wieder in den Winter zu legen, oder handelt es sich um eine Nachwirkung des anderen großen Geschäftes in diesem Jahr, der Fußball-WM? Schließlich muss der eine Tinnef erst aus den Lagern entfernt werden, bevor der andere Tinnef dort gestapelt werden kann.

Terror gegen Terror

Die Barbarei so genannter „heiliger Kriege“ und anderen religiös motivierten Terrors ist ein Spiegelbild der Barbarei des wirtschaftlichen Krieges, der seit dem Beginn industrieller Produktion gegen alles geführt wird, was den Menschen in seinem Kern ausmacht, was ihn also zu mehr als einem nackten Affen macht.

Eine weitere Zuspitzung ist zu erwarten, wenn auch in der westlichen Welt immer mehr Menschen erleben, dass sie nichts weiter zu verlieren haben als ihre Angst und die unsichtbaren Ketten des debitistischen Geldsystemes. Wenn dann dort die richtigen Redner mit der Einfalt eines allzu eingängigen, dualistischen Erklärungsmodelles kommen, wird auch dort die Bereitschaft zu barbarischen Taten steigen.

Dieser Krieg, der übrigens schon etwas länger läuft und viel mehr Opfer gebracht hat, als sich noch die meisten Pessimisten vorstellen, er muss an beiden Fronten beendet werden — und die eine Front, in der Menschen auf ihre Funktion als Wirtschaftsfaktoren reduziert werden, liegt direkt in unserem Einflussbereich. Das hat sie den Prozessen in der islamisch geprägten Welt voraus, wenn man handeln will.

Wenn es die barbarischen Terroranschläge auf das World Trade Center vom 11. September 2001 nicht gegeben hätte — einige Innenminister und sonstige Politiker hätten sie glatt erfinden müssen, so nützlich sind sie für deren restriktive Begehrlichkeiten in der Einschränkung bürgerlicher Freiheitsrechte.

Die ungläubigen Apostel

Wie wenig diese ganzen Redner, die immer von den „Kräften des freien Marktes“ sprechen, an ihre eigenen Worte glauben, zeigt sich beispielhaft an ihren politischen Diskussionen um ein Rauchverbot in Gaststätten. Keiner von diesen ungläubigen und damit heuchlerischen Predigern der „Deregulierung“ geht davon aus, dass es für den Betreiber einer Kneipe, eines Restaurants oder einer Diskothek ein Vorteil am Markt sein könnte, wenn er durch sein ganz persönliches und jetzt bereits bestehendes Hausrecht das Rauchen verbietet — ein Angebot für Nichtraucher fehlt doch angeblich, oder?

Was hinter diesem Zeichen des Unglaubens schemenhaft sichtbar wird, ist der entschlossene Wille, andere Menschen mit Lügen und zur Not auch mit Gewalt zu dem zu bewegen, was man für das „Glück“ dieser Menschen hält.

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Religion des Todes

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Wie wenig die christliche Religion mit dem Leben vereinbar ist und wie sehr sie dazu neigt, das Leben von Menschen zu verleiden und auch zu beenden, zeigt sich schon in diesen zwei Bildern, die nur durch die Abstumpfung der Gewöhnung so selten an das Bewusstsein der Betrachter dringen: Das Symbol, von dem diese Religion repräsentiert wird, ist ein Galgen; und das große Idol dieser Religion, das von vielen Gläubigen sogar wie ein Gott verehrt und angebetet wird, ist ein gefolterter, erhängter Mann.

Der tote Jesus ist denn auch viel wichtiger als alles, was Jesus während seines Lebens getan und gesagt hat. Nach der auf Pauls zurück gehenden verantwortungslosen Religion der passiven Erlösung durch Jesu Tod wäre es völlig hinreichend gewesen, wenn der Sohn Gottes einfach tot geboren worden wäre.

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Papst in Deutschland

Papst Benedikt XVI besucht unter großer Aufmerksamkeit der Medien die Bundesrepublik Deutschland. Genauer, und mit den Medien gesagt, besucht er Bayern. Und in China ist ein Sack Reis umgefallen.

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Sparen

Wie doch das Wort vom „sparen“ missbraucht wird, um den Menschen mit diesem Missbrauch ihr Geld abzunehmen.

An sich meint „sparen“ nur, dass man von den verfügbaren begrenzten Gütern etwas bei Seite legt, um einen Vorrat für schwierige Zeiten zu haben. Das ist, wo es nicht in Geiz (der ja neuerdings auch geil sein soll) ausartet, ein Zeichen der Vernunft.

Aber die von ihrer eigenen Sprache entfremdeten und zunehmend unvernünftig werdenden Menschen lassen sich mit dem Wort vom „sparen“ inzwischen alles mögliche andrehen. Sogar die Rundfunkgebühr für jene Computerbesitzer, die sich den Rundfunk lieber gespart haben, wird jetzt als „Spartarif“ angepriesen.

Es ist bei diesem Bedeutungsverlust gar kein Wunder, dass immer mehr „Sparsamkeit“ mit großer Werbung angeboten wird, während die Verschuldung der Privathaushalte stetig steigt.

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Die verbotene Wahl

Einige Menschen, die sich selbst für „politisch“ halten und vorgeben, einen anderen Staat anstatt dieses Staates zu wollen, sprechen gern in Wahlzeiten den folgenden Satz: „Wenn wählen gehen etwas ändern könnte, dann wäre es verboten.“

Damit haben die so sprechenden grundsätzlich recht. Leider versäumen diese Menschen es immer wieder, auch die eben so wahre und geradezu erleuchtende Umkehrung dieses Satzes zu formulieren. Diese lautet: „Wenn Nichtwählen etwas ändern könnte, denn wäre es verboten.“

Es ist immer ein Dilemma, wenn ein krankes und zur Unmenschlichkeit entartendes gesellschaftliches System den vom schreienden Unrecht betroffenen Menschen scheinbare Möglichkeiten der Einflussnahme anbietet. Wie immer ein Mensch mit solchen Möglichkeiten auch umgeht, er macht es falsch.

Kein gesellschaftliches System kann innerhalb seiner eigenen Begrenzungen verlassen werden, ein solches Ansinnen stolpert ja schon über seinen eigenen Widerspruch. Der da nicht wählt und es dabei bewenden lässt, gibt seine Verantwortung für sich selbst und für die gesamte Gesellschaft genau so bequem und mutlos an eine Wahlurne — dieses Wort erinnert wohl nicht zufällig an die Bestattung verbrannter Leichen — ab wie jener, der seine Verantwortung an der Urne irgendwelchen — oft recht fragwürdigen — Vertretern überträgt.

Aber einen möglichen Weg weisen die beiden auf „…denn wäre es verboten“ endenden Sätze dennoch. Sie zeigen den Gedanken auf, dass innerhalb jedes gesellschaftlichen Systemes diejenigen Handlungen, die das System überwinden könnten, verboten sind: sie sind kriminell, werden von der Staatsgewalt verfolgt und von den systemtragenden Medien als „feige und verbrecherische Taten“ verunglimpft. Wer wirklich etwas verändern will, kann dies nur auf verbotenem Wege tun — und kommt nicht umhin, mit den Konsequenzen seines zur Tat führenden Verantwortungsgefühls zu leben — zu diesen gehört auch die schmerzliche Einsamkeit.

In einem Staat, in dem Lügner, Verbrecher, Volksverkäufer und dekadente Schmarotzer zu hohem Ansehen und politischer Macht kommen, kann es durchaus eine Ehre für einen Menschen sein, wenn er im Gefängnis sitzt.

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Dummheit und Todesangst

Je weniger ein Mensch über sich selbst und die Bedingtheit seines Daseins nachdenkt, desto eher wird er geneigt sein, andere Menschen als „dumm“ zu bezeichnen. Und je weniger ein Mensch die wundervollen Möglichkeiten seines Lebens nutzt, indem er ein freies und handelndes Wesen ist, desto eher wird er von der Angst vor seinem Tod zerfressen werden.

Die Dummheit und die Todesangst sind Geschwister. Von daher verwundert es nicht, dass ausgerechnet jene Religionen, die reine Todeskulte zur Abwehr der Todesangst sind, so bemerkenswert viele Anhänger unter den Dummen finden.

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Homo oekonomicus hominem lupus

Für einen Menschen, der erfolgreich am heutigen „Wirtschaften“ teil haben will, zerfällt die Menschheit in drei Gruppen:

  1. Menschen, die man sich nutzbar machen kann, sei es als Arbeiter, für die Kooperation oder als „Verbraucher“;
  2. Menschen, die zur Konkurrenz gehören; und
  3. Menschen, die völlig gleichgültig für die eigenen Ziele sind und deren Leben und Leiden deshalb unwichtig ist.

Mit dieser Art des wirtschaftlichen Denkens belegt der so Denkende, dass ihm alle Menschen im Grunde feind sind. Und nach der Maßgabe dieses Denkens, der Annahme allgemeiner Feindschaft, sollen ganze Gesellschaften auf- und umgebaut, ja sogar begründet werden. Es ist für den Denkenden schwierig, bei solchem Ansinnen ernst zu bleiben.