Was man selbst geschrieben hat, kann schon nach ein paar Monaten fremd und überraschend erscheinen. Ich habe eben meinen eigenen Lizenztext für die Veröffentlichung meiner Musik überflogen, und war dabei sehr erstaunt, dass ich damals unter anderem die folgende Passage geschrieben habe:

Der gesellschaftliche Kampf um die Freiheit kultureller Güter ist längst noch nicht mit allen Mitteln ausgefochten, und von Seiten der bestehenden Inhalte-Industrie ist in den nächsten Jahren ein besser koordiniertes und wirksameres Vorgehen zu erwarten als die pauschale Verunglimpfung und Kriminalisierung der natürlichen Nutzung technischer Möglichkeiten. Diese Kämpfe werden alle Bereiche freier kultureller Güter erfassen, von der persönlichen Website über die für jeden Menschen unendlich nützliche, freie Software bis hin zu nicht-kommerziellen, exquisit künstlerischen Projekten. Dieser Angriff gegen die Freiheit der Kultur wird begleitet werden von einer koordinierten, medialen Desinformation, die sich vor allem an den wenig feinsinnigen Anteil der Bevölkerung richtet, da von dieser Seite das geringste Streben nach unabhängiger Information über den Sachverhalt zu erwarten ist; er wird seine Ergänzung finden in politisch durchgesetzten, gesetzlichen Restriktionen und einer immer weiter gehenden Kriminalisierung aller Menschen, die freie Kulturgüter als Abrieb ihres Daseins schaffen. Niemand unterschätze die kommende Gewalt derer, die in die Ecke gedrängt um den Fortbestand obsoleter Privilegien kämpfen!

Manchmal kommen mir meine eigenen Worte schon mit wenigen Monaten Abstand geradezu prophetisch vor. Eine Freude ist das jedoch nicht.

Und nein, beim heute beschlossenen Zensurgesetz geht es nicht um Kinder. Und zwar. Überhaupt nicht.