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Die postmoderne Lüge “Ich”

Ein Musterbeispiel für das Management kognitiver Dissonanzen, zumal sich damit obendrein stumpfes Desinteresse, wahlweise völlige Inkompetenz, als fortschrittliche Einstellung zu Markte tragen lässt. Dass es gleich mit “Ich bin” eingeläutet werden muss, spricht Bände: Die postmoderne Lüge ist das “Ich”, weiter kommt das Subjekt gar nicht mehr, um sich vollständig in seinen marktkonformen Untergang einzukuscheln. Früher nannte man das “Verdinglichung”, heute wäre selbst das eine Verharmlosung. Wofür Generationen gekämpft haben – den Schutz der Privatsphäre vor der Macht des Staates – das opfern die Zombies des Kapitalismus willig der Markenbindung.

Quelle: Feynsinn — Ich bin post privacy

Forschen in der “Netzgemeinde”

Wenn das Bundespresseamt eine Ausforschung und Verzahlung der “Netzgemeinde” durch TNS Infratest in Auftrag gibt, ist davon auszugehen, dass die im Bundestage vertretenen Parteien diese “Erkenntnisse” in ihrer Agitation zur kommenden Bundestagswahl verwenden werden und dass ihre PR-Lügenmäuler schon in Kürze damit beginnen werden, ihren Frontallappenkirmes einer wahlberechtigten Öffentlichkeit zu präsentieren, um den Wahlvereinen zur Festigung ihrer repräsentativ-repressiv-demokratorischen Macht einen erfolgversprechenden “netzpolitschen” Anstrich zu geben.

“Netzpolitik” ist eines dieser Bullshit-Wörter, das so tut, als seien Menschenrechte im Internet etwas anderes als Menschenrechte in irgendeinem anderen Kontext. Politdarsteller und ihnen nahestehendes Geschmeiße behilft sich gern mit der Redens- und Denkart von der “realen Welt” und der “virtuellen Welt”, um genau diese rechteverneinende Idiotie ihrem Restbewusstsein verkaufen zu können, und aus der immer noch beobachtbaren Häufigkeit solcher Rede- und Denkweisen kann jeder entnehmen, von welcher Natur die politisch-gestalterischen Ideen für des Internet, seine Nutzer und seiner Gestalter sein werden.

Ich stelle hierzu als meinen margnisalsierten Standpunkt Folgendes fest:

  1. Ich gehöre zu keiner “Netzgemeinde” und zu keiner anderen Sekte. Ich bin ein Mensch, der das Internet so sehr nutzt und mitgestaltet, dass es ein wichtiger (aber nicht unverzichtbarer) Teil seines Lebens geworden ist.
  2. Ich bin nicht “links”. Mir ist die Sitzordnung im Plenarsaal gleichgültig, und ich halte die Relativität, die sich darin widerspiegelt, für keinen brauchbaren Maßstab.
  3. Die SPD mit ihren immer noch einflussreichen Schröder-Maschseemafia-Seilschaften ist nicht “links”. Nicht einmal relativ, denn dazu müsste sie sich von dem unterscheiden, was “nicht links” ist. Das ändert sich nicht schon dadurch, dass sie von den Machern dieser Studie als Bestandteil des “linken Parteienspektrums” bezeichnet wird.
  4. Der aus einer physikalischen Analogie geformte Begriff “Parteienspektrum” ist eine Verhöhnung des Lichtes. Genau, wie “marktkonforme Demokratie” eine Verhöhung des Willens der Bevölkerung ist, und genau, wie “rechtsfreier Raum Internet” eine Verhöhnung der Abmahnopfer in der BRD ist.
  5. Es ist mir egal, was die PR-Agenturen zur kommenden Bundestagswahl in Hinsicht auf das Internet auf Plakate stempeln lassen und den Frontfressen des Politbetriebes an Stichworten in die Redemanuskripte schreiben lassen, da ich genug Hirns habe, um zu wissen, dass die Versprecher und Versprechungen vor der Wahl nach der Wahl zum “Geschwätz” von gestern werden, um das sich keiner mehr kümmert, nachdem die gewünschte Herrschaftsposition erreicht ist.
  6. Es ist mir nicht egal, was CDUCSUSPDFDPGRÜNETC bislang in Hinblick auf das Internet, seine Nutzer und seine Gestalter an “Ideen” entwickelt und an Entscheidungen getroffen haben, denn ich war von jeder dieser “Ideen” und Entscheidungen mehr oder minder stark betroffen. Von einigen bin ich immer noch betroffen, und das in unerfreulicher Weise. Ebenso bin ich davon betroffen, dass den gleichen unterbelichteten Gestalten aus der classe politique keinerlei Ideen und Entscheidungen zum real existierenden Abmahnistan in der BRD aufkommen, so dass eine einfache menschliche Mitteilung für viele durchschnittlich verdienende Menschen in der BRD mit einem existenzbedrohenden Kostenrisiko verbunden ist.
  7. Meine letzte Erklärung aus dem Jahr 2009 bleibt unverändert gültig, da sich an den von der classe politique geschaffenen und beabsichtigten Zuständen nichts verändert hat.
  8. CDUCSUSPDFDPGRÜNETC, mein Wort an euch ist kurz: GASMOP! Und GAFL!
  9. (Die sogenannte “Piratenpartei” geht voller blindem Glauben auf dem Weg, auf dem die ehemalige Alternativpartei “Die Grünen” vorangeschritten ist. Ich habe nicht einen Tag nach den ersten Erfolgen etwas anderes erwartet, denn dort, wo Herrschaft über andere Menschen erlangt werden kann, sammelt sich jenes Geschmeiß, das sonst nichts Befriedigendes aus seinem Leben zu machen vermag. Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier. Nur ein in der klebrigen Illusion des “positiven Denkens” gefangener Gehirnverweigerer hätte aus den schnellen Erfolgen dieser Partei Hoffnung schöpfen können.)
  10. PLONK!

PS: Einen Wahlschein werde ich mir erst dann abholen (das ist für einen Obdachlosen recht umständlich), wenn darauf ein weiteres Feld für die Stimmenthaltung vorgesehen wird, damit ich amtlich dokumentieren kann, dass ich mich von keinem dieser Wahlvereine und von niemandem aus dem in diesen Wahlvereinen großwerdenden Gesäuge vertreten lassen will. Bei jeder Wahl zum Klassensprecher oder zu einem Vereinsvorstand wird einem diese Möglichkeit der Abstimmung durch Enthaltung eingeräumt, aber bei der ungleich wichtigeren Wahl von Menschen in Herrschaftspositionen bleibt dem Stimm-Abgebenden nur die Verweigerung der Wahl oder ein ungülitg ausgefüllter Politlottoschein, nicht das dokumentierte, klare “Nein” zur “Auswahl”, die ihm da dargeboten wird. Anstelle einer amtlichen Dokumentation der Entfremdung der classe politique von den Menschen, die sie zu vertreten vorgibt, tritt ein Anschein von Desinteresse und Unfähigkeit in der Bevölkerung, das dann zur weiteren Verhöhnung von den politischen Lugrednern und ihren Speichelleckern in der Journaille als eine “Politikverdrossenheit” wegerklärt wird — dabei gilt der ganze Verdruss in Wirklichkeit denen, die sich in solcher Wahl anbieten, andere zu vertreten und Herrschaft über sie zu erlangen.

Egal

Die Zuschauer, denen es nur darauf ankommt, dass die Glotze läuft, denen das ausgestrahlte Programm aber egal ist, wird das Fernsehen immer behalten. Und damit sind sie in guter Gesellschaft. Denn den Machern ist das Programm ja auch egal.

Fernsehlexikon: Das deutsche Fernsehen wird 60 — Warum es gescheitert ist

Verdoppelte Rotationsgeschwindigkeit

[...] och en del åt den som har verkat mest eller best för folkens förbrödrande och avskaffande eller minskning av stående arméer samt bildande och spridande av fredskongresser [...]

Wenn in achtundfünfzig Tagen unter dem dabei so üblichen pseudofrommen Getue und Gesäusel die Nobelpreise verliehen werden, wird sich Alfred Nobel gleich zwei Mal im Grabe umdrehen. Das erste Mal, wenn der von ihm niemals gestiftete und nicht einmal leise angedachte Nobelpreis für Bullshit Wirtschaftswissenschaften verliehen wird¹, und zum zweiten Mal, wenn der Nobelpreis für Frieden an ein staatsähnliches Gebilde verliehen wird, dessen Waffen an allen Fronten mitmetzeln und dessen Soldaten überall dabei sind, wo das Blut zum Himmel schreit. Die Europäsische Union kann sich stolz in einer Reihe mit dem Mörder Jassir Arafat und dem Kriegsherrn Barack Obama aufstellen. Und während in der so ausgezeichneten Europäischen Union die Banken “gerettet” und die Menschen fallengelassen werden, können wir uns alle an die Wort des Preisstifters erinnern:

Ich bin besonders der Ansicht, dass große ererbte Vermögen ein Unglück sind, die das Menschengeschlecht nur in Apathie führen.

Unterdessen versuchen schon jeden Tag unter Lebensgefahr mit oft abenteuerlichen Schiffen übers Mittelmehr Afrikaner nach Europa zu kommen, die der EU zu gern zum Nobelpreis gratulieren würden, aber immer an den Friedensicherern namens Frontex scheitern. Ganz jemand anders, “Mutter” Theresa, die den verarmten Sterbenden immer wieder eine Schmerztherapie verweigerte, damit sie im Verrecken eine größere Nähe zu ihrem unsichtbaren Freund Jesus Christus verspüren, wurde übrigens auch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Gut möglich, dass sie zum heimlichen Vorbild der Sozialpolitik in Europa wird.

Nachtrag: Bitte in “Mein Wa(h)renhaus” weiterlesen: Meine persönliche Dankesrede für den Friedensnobelpreis 2012

¹Wie üblich und wie bis jetzt in jedem Jahr wird von den agenturzentral gleichgekämmten contentindustriellen Nachrichtenprodukten mit keinem Wort und nicht einmal einer Andeutung darauf hingewiesen werden, dass dieser “Nobelpreis” keiner ist.

Kurt Beck

Temet Nosce!

Da er immer wieder daran scheitert, lauter zu sein, wird er so gern laut — und das mit der Sensibilität einer Schlagbohrmaschine.

Frisch in der Linkliste…

…und zum regelmäßigen Vorbeischauen sehr empfohlen ist das Blog Psyche und Politik.

Vom Leben im fressenden Nichts

Nun, da wir seit zehn oder fünzehn Jahren im Berufsleben stehen und gerne mal ankommen, sesshaft werden, eine Basis haben möchten, erkennen wir, dass nichts sicher ist. Immer noch nicht. Wir haben keine sicheren Arbeitsplätze. Wir leben von Zeitarbeit und Zeitverträgen, von außertariflichen Regelungen, von immer neuen Einstiegsgehältern – nach jedem Jobwechsel, nachdem wieder einmal ein Zeitvertrag ausgelaufen ist, müssen wir uns bewähren. Viele von uns ziehen oft um, der Arbeit hinterher. Das ist kein Spaß. Das kostet Geld. Geld, das wir gerne ansparen würden, für später, für ein Eigenheim, für unsere Kinder, vielleicht auch nur für eine neue Waschmaschine. Aber noch bedeutsamer: Es kostet uns ein soziales Umfeld, einen sich über Jahre entwickelnden Freundeskreis, eine vertrauensvolle Familie um uns herum. Es kostet uns Zeit – die wir in Zügen und auf der Autobahn verbringen, auf dem Weg zum Partner, zu den Eltern, Großeltern und zu Freunden.

Draußen nur Kännchen: Ergänzende Worte zu den Piraten

Im Filze geboren

Wozu hat man Freunde, vor allem solche, die man schon seit frühester Jugend kennt. Man macht Urlaub zusammen, genießt die Ferien, kocht, spielt und klönt – das, was so nach Familienbekanntschaften von Geburt an klingt, verrät vor allem eines: Der Filz begann in der Wiege. Der eine ging in die Wirtschaft, der andere eben in die Politik. Wer sich angesichts dieser romantisch-verklärten Darstellungen Wullfs noch fragt, wie es zu diesem „ihr da oben, wir hier unten“ kommt, bekommt hier seine Antwort. Für diese Familienbande fordert Wulff vehement Schutz vor unangemessenen Fragen. Mit Carsten Maschmeyer isst man zusammen Grünkohl, läßt sich die Werbung für ein Buch bezahlen. Einflussnahme auf die Politik? Gott bewahre! Man kennt sich eben seit der Schulzeit! Der König der Drückerkolonne Maschmeyer, “Mit dem ich seit Jahren eng befreundet bin. Der ausgeschieden ist, der heute sozusagen Pensionär ist.” Männerfreundschaften.

die Schrottpresse: Spesenritter und die Würde des Berufs

Wiedewiddewitt sie mir gefällt

Wer diese Ansage des gegenwärtigen Papstes liest…

Papst Benedikt XVI. hatte bei seinem Deutschlandbesuch verlangt, die Kirche müsse sich “entweltlichen”. Es sei besser, sie wäre “von ihrer materiellen und politischen Last befreit”. Die “Enteignung von Kirchengütern” vor 200 Jahren habe in der Kirche zur “Läuterung” wesentlich beigetragen. [...]

…wird sie wohl für deutlich und unmissverständlich genug halten. Selbst der Papst sieht inzwischen ein Problem — ja, sogar eine “Last” — in den Sonderrechten und in den finanziellen Zuwendungen des bundesdeutschen Staates an die röm.-kath. Kirche, die übrigens auf das Reichskonkordat eines Adolf Hitler zurückgehen. Diese 15,1 Milliarden Euro pro Jahr [unsaubere Quelle] passen auch wenig zum ärmlichen Stallduft der alten Apostel, die für die religiöse Leere Lehre herhalten müssen.

Aber so ein lichtscheues Gesindel wie eine von Geld und Macht besoffene Bischofsmade namens Robert Zollitisch hat dennoch Probleme, dieses recht unverschwurbelte Wort ihres Chefs aufzufassen:

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch hatte daraufhin erklärt, dies habe “nichts mit der Abschaffung von konkreten finanziellen Ansprüchen zu tun”.

Er ist ja auch sehr darin geübt, der lichtscheue Bischof, seine Bibel so auszudeuten, dass am Ende das Gegenteil des darin Stehenden herauskommt…

Der (mögliche) Erfolg der Piratenpartei

Viele Menschen wollen wieder von normalen Menschen in der Politik vertreten werden — und nicht von PR-Profis.

F!XMBR

Das Geschwätz von gestern…

Das Gedächtnis von Politikern ist manchmal verdächtig schlecht. Für den Fall, dass Barack Obama vergessen hat, wie sich das Verhältnis der USA zu Libyen und dem Diktator Gaddafi bis kurz vor der Rebellion gestaltete, hat Wikileaks vorgesorgt und einige US-Dokumente veröffentlicht, die eine deutliche Sprache sprechen: Das Regime Gaddafi galt als Partner.

Weiterlesen…

Die Bundesministerin

Ein drittes Problem war, daß das Ministerium, wie soll ich das jetzt formulieren, sehr „neo-industrie-feministisch” aufgestellt war. Es gibt so einen neuen Typ Karriere-Frau, den man schon äußerlich und am Auftreten erkennt. Teure Designer-Beton-Frisur, 40-60% zuviel Make-Up, immer derselbe Gesichtsausdruck, aggressive Gestik, Hosenanzug, den Blazer dabei meist eigentlich zu eng, weil’s figurbetont rüberkommen soll, hohe Absätze, Busines-Auftreten [sic!]. Aggressive Sprechweise, rüpelhaftes Auftreten, muß die Nummer Eins spielen. Permanente Besserwisserei, sagt jedem, was er zu tun hat, hört aber niemandem zu. Kommunikation als Einbahnstraße. Hält die Frau für das überlegene Wesen und duldet Männer nur als niedere Gehilfen und Arbeiter. Ist fest davon überzeugt, daß sie allein schon als Frau und durch ihr hartes Auftreten einen Karriereanspruch hat, betrachtet es aber als Zeitverschwendung und Tätigkeit für Waschlappen, sich sachkundig zu machen. Hat damit Erfolg, ist unglaublich eingebildet, kommt sich ganz toll vor, hat aber eigentlich keine Ahnung wovon sie redet und merkt vor lauter Erfolgsbesoffenheit und Eigenbegeisterung nicht, wie lächerlich sie sich macht, weil sie den letzten Mist daherredet. Funktioniert meistens aber, weil sie ein Publikum um sich versammelt, das es überwiegend auch nicht merkt (oder sogar gut findet). Ursula von der Leyen ist ein Prachtexemplar dieser Gattung, aber ihre Mitarbeiterin, die diese Gruppe geleitet hat, war darin auch nicht schlecht. Man sich diese Art des Auftretens mal bewußt machen um zu verstehen, warum gerade aus von der Leyens Ecke die Forderung nach einer Frauenquote kommt. Das paßt ganz exakt zu der Sichtweise, daß Frausein, Businessfrisur, Hosenanzug und hartes Auftreten doch ausreichen müssen, um es ganz nach oben zu schaffen, in den Vorstand, ohne dabei irgendwelche hard-skills beherrschen zu müssen. Zuzugeben ist, daß man mit sowas durchaus Bundesministerin werden kann.

Hadmut Danisch: Wie die deutsche Internet-Kinderpornosperre zustande kam — und zugrunde ging

Der mit diesen Worten eines Zeugen charakterisierte Entseelungsrest eines Menschen ist übrigens zurzeit in der BRD für die Sozialpolitik zuständig.

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