Kategorie: Zitate


Mobnews

Die weit verbreitete Instant-Ethik des Publikums verlangt nach schnellen Antworten, schnelle Urteile ohne ein Übermaß an Komplexität. Diese Moral äußert sich vorzugsweise in Empörung, nicht in Lösungsansätzen. Die Nachricht hat die Empörung zu befriedigen wie ein Schluck Wasser den Dürstenden und sich dann der nächsten Aufregung zu widmen. Ein Shitstorm dauert eine Woche — danach ist Vergessen. Es ist der Abgesang an das Archivs [sic!]. Was nicht auf den Bildschirm eines Smartphones passt, ist keine Nachricht

Die Schrottpresse — Noch eine kurze Anmerkung

Das Vorgestern im Heute und Morgen

Die Macht der Tradition, der vergangenen Generationen lastet wie ein Alp auf den Gehirnen der Lebenden

Karl Marx

Institutionen

Institutionen versuchen das Problem zu bewahren, für das sie die Lösung sind

Clay Shirky, via Jo Lendle auf literaturcafe.de

Wenn es nicht die Waffen sind

Wenn es nicht die Waffen sind, die Menschen töten… warum geben wir den Menschen Waffen, wenn sie in den Krieg ziehen? Warum senden wir nicht einfach nur die Menschen?

Ozzy Osborne

Der Begriff “Qualitätsjournalismus”…

Er ist ein Krisensymptom. Etwas wirklich Einleuchtendes braucht das Präfix “Qualität” nicht. Es gibt keinen Qualitätssex oder Qualitäts-Rolls-Royce. Der einzige Ort, wo man sonst von Qualität spricht, sind Billigläden.

Constantin Seibt

Der “Wert” der Legalität

Niemals sollten wir vergessen, dass alles, was Adolf Hitler in Deutschland getan hat, “legal” war, und alles, was die ungarischen Freiheitskämpfer in Ungarn getan haben, “illegal” war.

Martin Luther King Jr.

Viel Spaß bei den heutigen, legalen Demonstrationen am staatlich dafür vorgesehenen Tag!

Lass sie reden!

Die intelligente Methode, Menschen passiv und fügsam zu halten, ist es, enge Grenzen für die zulässigen Ansichten zu setzen, aber innerhalb dieses Spektrums eine wahrlich lebhafte Auseinandersetzung zu gestatten. Dies gibt den Menschen das Gefühl, dass es freies Denken sei, was darin geschehe, während die ganze Zeit lang die Voraussetzungen des Systems bekräftigt werden durch jene Grenzen, die dem Umfang der Auseinandersetzung gesetzt wurden.

Noam Chomsky, The Common Good, Odonian Press, 1998, Seite 43

Zukünfte für Jugendliche

Der größte Arbeitgeber für junge Amerikaner ist inzwischen McDonald’s.

Zeit Online — Demografie: Die schon wieder

Die postmoderne Lüge “Ich”

Ein Musterbeispiel für das Management kognitiver Dissonanzen, zumal sich damit obendrein stumpfes Desinteresse, wahlweise völlige Inkompetenz, als fortschrittliche Einstellung zu Markte tragen lässt. Dass es gleich mit “Ich bin” eingeläutet werden muss, spricht Bände: Die postmoderne Lüge ist das “Ich”, weiter kommt das Subjekt gar nicht mehr, um sich vollständig in seinen marktkonformen Untergang einzukuscheln. Früher nannte man das “Verdinglichung”, heute wäre selbst das eine Verharmlosung. Wofür Generationen gekämpft haben – den Schutz der Privatsphäre vor der Macht des Staates – das opfern die Zombies des Kapitalismus willig der Markenbindung.

Quelle: Feynsinn — Ich bin post privacy

Ein Schritt zurück, dann voran!

Tritt mal zurück! Verdammte Scheiße, schau dich an! Du bist ein Mensch. Du bist schön. Du bist dermaßen schön. Und du kannst Etwas sein. Und du kannst Alles sein. Sei nicht jedem feind, weil jemand dein Herz gebrochen hat, oder weil deine Eltern sich getrennt haben, oder weil dein bester Freund dich betrogen hat, dein Vater dich geschlagen hat, der Kleine am Ende der Straße dich fett, hässlich, dumm, wertlos genannt hat! Befass dich nicht mit Dingen, die du nicht beeinflussen kannst! Weine, wenn du das Bedürfnis hast, und dann lass es mit der Zeit vorübergehen! Häng dich nicht an schmerzhafte Erinnerungen, nur, weil du Angst vorm Vergessen hast! Lass die Sachen vorübergehen, die in der Vergangenheit liegen! Vergiss Sachen, die keiner Erinnerung wert sind! Hör auf, Sachen als gestattet zu betrachten! Leb für etwas! Leb für dich! Verlieb dich! Lass die Liebe erkalten! Verlieb dich! Lass die Liebe erkalten! Mach das immer und immer wieder, bis du weißst, was es wirklich ist, jemanden zu lieben! Stell Dinge in Frage! Sag Menschen, wie du wirklich fühlst! Schlaf unter den Sternen! Gestalte! Wähne! Begeistere! Teil etwas Schönes mit den Menschen! Lern neue Menschen kennen! Rette jemanden den Tag! Folg deinen Träumen! Leb dein Leben in der Fülle seiner Möglichkeiten! Leb einfach, verdammt noch mal! Lass das ganze Schreckliche in deinem Leben vorübergehen und leb, verdammte Scheiße! Und eines Tages, wenn du alt bist, schau ohne Bedauern zurück!

via “Stand up and Keep Going” | Originalquelle verloren | Übelsetzung von mir
Gruß an Karin

Keiner hats gewollt, allen ists ein Schaden

Es folgen zwei einfache Beispiele. Die ersten E-Mail-Systeme haben Nachrichten als ASCII-Texte versendet. Sie waren vollkommen sicher. Es gibt nichts, was eine empfangene ASCII-Nachricht tun könnte, um einen Computer zu beschädigen. Dann bekamen einige Menschen die Idee, dass man E-Mail erweitern könnte, damit andere Dokumenttypen eingefügt werden können, zum Beispiel Word-Dateien, die Programme in Makros enthalten können. Wenn sie so ein Dokument lesen, bedeutet dass, dass sie das Programm von jemanden anders auf ihren Computer ausführen. Vollkommen gleichgültig, wie viel Sandboxing angewendet wird: Wenn sie ein fremdes Programm ausführen, ist dies von seiner Natur her gefährlicher, als wenn sie einen ASCII-Text lesen. War es ein Verlangen von Anwendern, die passiven E-Mail-Dokumente in aktiv ausgeführte Programme zu verwandeln? Wahrscheinlich nicht. Es waren Systemdesigner, die dachten, dass es sich um eine schicke Idee handele, und sie machten sich nicht allzuviele Gedanken um die Folgen für die Sicherheit.

Das zweite Beispiel ist genau die gleiche Angelegenheit für Webseiten. Als das Web aus passiven HTML-Dokumenten bestand, stellte es kein großes Sicherheitsproblem dar. Nun, da so viele Webseiten Programme (Applets) enthalten, die der Anwender ausführen muss, um die Inhalte zu sehen, taucht ein Sicherheitsproblem nach dem anderen auf. Kaum ist eines behoben, schon tritt ein anderes an seine Stelle. Als das Web noch vollständig aus statischen Dokumenten bestand, sind da etwa Anwender Sturm gelaufen und haben dynamische Inhalte eingefordert? Nicht, dass der Autor sich daran erinnern würde, aber die Einführung dynamischer Inhalte brachte fundamentale Sicherheitsprobleme mit sich.

Andrew S. Tanenbaum: Modern Operating Systems, 1. Auflage, 2002, S. 631
Die schnelle Übelsetzung ist von mir.

Ja, das ist eine Anmerkung zur Computersicherheit aus dem Jahr 2002; ja, dieser Text ist jetzt elf Jahre alt.

Wo ich gerade dabei bin: Vergesst bitte nicht, ganz schnell euer Flash upzudaten! Die aktuelle Sicherheitslücke ist recht kritisch, und es sind auch Rechner unter MacOS davon betroffen.

Die hl. Kühe 2.0

Ich verstehe nicht, weshalb man die Banken wie die heiligen Kirchen der modernen Wirtschaft behandelt [...] Warum wird Banken nicht wie Fluglinien oder Telekommunikationsunternehmen erlaubt, bankrott zu gehen, wenn sie auf unverantwortliche Weise geführt werden? Die Theorie, dass man Banken retten muss, ist die Theorie, dass Banker ihren eigenen Profit genießen sollen aber die gewöhnlichen Leute für das Scheitern zu bezahlen haben. Die Bürger einer aufgeklärten Demokratie werden das langfristig nicht akzeptieren

Ólafur Ragnar Grímsson, Präsident Islands

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Schließe dich 523 Followern an