Wille zum Aufbau gab werkfrohen Händen den Segen der Arbeit

Inschrift des nationalsozialistischen Denkmales am Nordufer des hannöverschen Maschsees

Jeder, der das Geschwätz rezipiert, dass Lohnarbeit wichtig für die Selbstverwirklichung eines Menschen sei und dass ein Leben ohne Lohnarbeit deshalb gar kein richtiges Leben sei, braucht nur ein kleines, leicht durchzuführendes Experiment zu machen, um dieses Geschwätz an der Wirklichkeit zu korrigieren. Es reicht hin, montagmorgens zum Arbeitsbeginn in den Aufzug eines Bürogebäudes zu gehen und den anderen Menschen im Fahrstuhle zu sagen: “Ich wollte, es wäre Freitag und nicht Montag”, um ihre mindestens nickende Zustimmung wahrzunehmen. Das Ergebnis dieses Experimentes lässt sich durch einen zweiten Versuch besichern, indem man des Freitagsabends einen derartigen Aufzug betritt und “Ich wollte, es wäre Montag und nicht Freitag” sagt, um die verschiedenen Reaktionen des Unverständnisses zu sehen. Niemand, außer vielleicht einigen Mitmenschen mit einer Neurose wirklich niemand sieht in der Fremdbestimmung der Arbeit ausgerechnet ein Vehikel, das ihm die Selbstbestimmung ermöglicht, so sehr auch Menschen aus der classe politique, Wirtschaftsredner, Soziologen und sonstige Assimilationsarbeiter darum bemüht sind, diese Sichtweise immer wieder in die Gehirne zu stanzen. Menschen hängen einfach zu sehr an ihrem Leben, um eine derartig plumpe Verdrehung der Tatsachen so zu übernehmen, sie wissen einfach in wenigstens vorbewusster Weise zu genau, dass das richtige Leben in Abhängigkeit und Fremdbestimmung nicht möglich ist.

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