Die Politiker bilden sich unerklärlicherweise ein, daß es kein wirksameres Mittel gäbe, die Wählermassen zur Begeisterung hinzureißen, als ihnen ihr eigenes Porträt, das Bild eines verächtlichen Phrasendreschers zu präsentieren. Welch geheimnisvolle Anziehungskraft trauen sie diesem Gesicht zu, in dem sich alle menschlichen Gemeinheiten und Häßlichkeiten widerspiegeln, diesen Zügen, die nichts als Niedrigkeit, Verlogenheit und alle physiognomischen Kennzeichen der Falschheit, der Habgier und des betrügerischen Eigennutzes offenbaren?
Nadar (Gaspard Félix Tournachon)




Die Antwort ist ganz einfach:
1. Ein Bild lügt mehr als 1000 Worte.
Selbst wenn bekannt ist, dass es sich darauf um einen notorischen Lügner handelt, bleibt der “nette” Gesichtsausdruck im Unterbewußtsein der Betrachter hängen. Dass es ein Lügner ist wird ausgeblendet. Kann man selbst ausprobieren: man nehme ein Bild eines Menschen, das einen optisch sehr anspricht ( Schauspieler, Sportler, whatever, muss nicht wirklich ein Lügner sein) und schreibe darunter “Ich bin ein notorischer Lügner”. Wirkt’s? Nein.
2. Man muss ein Lüge nur oft genug wiederholen um daraus eine Wahrheit zu machen
In Kombination mit der penetranten Wiederholung des Bildes des Politmafioso verfestigt sich der harmlose Eindruck noch mehr.
Das Ganze ist natürlich ein statistisches Phänomen. d.h. auch wenn man persönlich nur einen Brechreiz ob der Hackfressen bekommt, in der Masse wirkt es.