Sorry, aber mehr fällt mir zu den kürzlich in der Glotze gesendeten “Weihnachtsgrüßen von der Front” nicht mehr ein…
Stell dir vor…
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[...] ja, der verdammte Krieg läuft auch noch — und von wegen keiner geht hin… der Krieg als Talkshow ist zwei Größenordnungen unterirdischer, als ich es mir in [...]





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Bist Du schon in Produktion gegangen? Verkaufst Du die oder tauschst ein paar gegen eine gute Flasche Wein? Darf ich die selber herstellen lassen? Es eilt, denn Montag sollen die Weihnachtspakete rausgehen.
Das Problem ist ja genau das, worum es in dem Gedicht – zumindest in Brecht’s Fassung – weitergeht…
“… dann kommt der Krieg zu Euch! Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.”
Genau genommen, @Herr Trueten:
“Tatsächlich ist das berühmte Zitat wohl amerikanischen Ursprungs: Sometime they’ll give a war and nobody will come – diesen von den Friedensfreunden aufgegriffenen Satz schrieb der Dichter Carl Sandburg 1936 in seinem Gedichtband The People, Yes. Um die Aussage in ihr Gegenteil zu verkehren, dichtete ein anonymer Autor die Zeile “… dann kommt der Krieg zu euch” dazu und montierte das Ganze vor eine Passage aus Brechts Koloman Wallisch Kantate. In der geht es aber überhaupt nicht um einen Krieg – sie ist dem österreichischen Revolutionär Koloman Wallisch gewidmet, der 1934 bei den Arbeiteraufständen ums Leben kam. Erst ab der Zeile “Wer zu Hause bleibt …” handelt es sich also um ein Brecht-Zitat.”
http://www.zeit.de/2002/06/200206_stimmts_brecht.xml
Das grössere Problem ist vielleicht, dass Brecht als Pazifist missbraucht wird
Der erste Teil wird Carl Sandburg zugeschrieben, das ist richtig.
“Groucho” Marx von den “Marx Brothers” behauptete jedoch in seiner Autobiografie “Groucho and Me”, Sandburg habe zahlreiche Anekdoten und Zitate gesammelt und diesen Ausspruch -”Sometime they’ll give a war and nobody will come”- von Thornton Wilder übernommen.
Die zweite Zeile “dann kommt der Krieg zu Euch” ist anscheinende von einem Unbekannten hinzu erfunden worden.
Laut der “Zeit” ist erst der letzte Teil von Brecht:
“Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt
Und läßt andere kämpfen für seine Sache
Der muß sich vorsehen; denn
Wer den Kampf nicht geteilt hat
Der wird teilen die Niederlage.
Nicht einmal den Kampf vermeidet
Wer den Kampf vermeiden will; denn
Es wird kämpfen für die Sache des Feinds
Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.”
http://www.zeit.de/2002/06/200206_stimmts_brecht.xml
Mein Kommentar wartet auf Freischaltung.
vermute autorisierte löschung
Meinste?
Was dann?
Na dass der Beitrag noch im Filter hängt und er noch gar nicht wieder da war.
Und in Brechts Werken ist die Zeile “Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin” nicht abgedruckt. Gleichwohl könnte sie von ihm stammen.
Die historisch gesicherte Lesart ist, dass der erste Teil wird Carl Sandburg zugeschrieben wird. Das ist richtig.
“Groucho” Marx von den “Marx Brothers” behauptete jedoch in seiner Autobiografie “Groucho and Me”, Sandburg habe zahlreiche Anekdoten und Zitate gesammelt und diesen Ausspruch -”Sometime they’ll give a war and nobody will come”- von Thornton Wilder übernommen.
Die zweite Zeile “dann kommt der Krieg zu Euch” ist anscheinend von einem Unbekannten hinzu erfunden worden und nach dem zweiten Weltkrieg in einer Schweizer Zeitschrift veröfffentlicht worden.
Laut der “Zeit” ist erst der letzte Teil von Brecht:
“Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt
Und läßt andere kämpfen für seine Sache
Der muß sich vorsehen; denn
Wer den Kampf nicht geteilt hat
Der wird teilen die Niederlage.
Nicht einmal den Kampf vermeidet
Wer den Kampf vermeiden will; denn
Es wird kämpfen für die Sache des Feinds
Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.”
http://www.zeit.de/2002/06/200206_stimmts_brecht.xml
Dieser ist auch in einem offiziellen Gedichtband zu finden.
Nun noch was zur Einordnung:
Zu Kriegsbeginn war Brecht 16, von der allgemeinen Kriegseuphorie angesteckt und veröffentlichte seine „Augsburger Kriegsbriefe“ “München-Augsburger Abendzeitung”. Wenig später kritisierte er jedoch in einem Aufsatz über Horaz’ “Dulce et decorum est pro patria mori”, besonders als er den Satz „Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben“ als „Zweckpropaganda“ bezeichnete, auf die nur „Hohlköpfe“ hereinfallen, deutlich den Krieg. Dafür drohte ihm zeitweilig der Schulverweis. 1917 machte er sein Notabi und davor lag seine politische und Erweckungszeit.
Brecht diesen Satz zuzuschreiben ist nicht vollkommen von der Hand zu weisen, denn der erste Weltkrieg war monatelang ein Sitzkrieg: Der Krieg begann offiziell am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Dem war das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 voraus gegangen. Zu diesem Zeitpunkt weilte der deutsche Kaiser Wilhelmzwo aber meines Wissens auf Korfu, wo er seine Sommerferien zu verbringen pflegte. Von da an herrschte zunächst hektische diplomatische Betriebsamkeit. Noch am 27. Juli 1914, als die Serben auf das österreichische Ultimatum nach Berlin antworteten, sah Wilhelm II. die Serben bereits kapitulieren und meinte, damit sei jeder Kriegsgrund entfallen. Auch die Briten stimmten dem zu, nicht aber die Franzosen.
Erst ab dem 2.August 1914, als Deutschland Frankreich den Krieg erklärte und Belgien besetzte, worauf hin Tage später Großbritannien Deutschland den Krieg erklärte, war die Sache der Diplomatie endgültig entglitten.
Und die Offensive der deutschen Armeen gegenüber Frankreich begann nochmals später, nämlich erst am 18. August. Frankreich als Verbündeter von Serbien befand sich nach den Vorkriegsbündnissen lediglich im Sitzkrieg mit Deutschland, dem Verbündeten von KuK-Österreich. Denn etwa sieben Wochen lang war an der Westgrenze zu Frankreich nicht viel mehr geschehen, als dass ein paar Posten sich die Zeit damit vertrieben, sich ein paar bleierne Grüsse über den Rhein hinweg zu senden.
Etwas ähnliches passierte dann nochmals vor WK II, als Grossbritannien jahrelang seine Bündnisverpflichtungen zugunsten einer Appeasement-Politik schleifen ließ, um eine britische Kriegsbeteiligung zu vermeiden.
Da könnte dieser Satz her stammen: Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.
“Brecht diesen Satz zuzuschreiben ist nicht vollkommen von der Hand zu weisen”
Nein, ist es nicht insofern, als Brecht sehr wohl als Pazifist gelten kann; das wäre dann geklärt, danke. Dazu kommt bei ihm ein sehr eigener Zugang zum Krieg, den ich erhellend finde. Zu seinem Stück “Mutter Courage und ihre Kinder” erklärt er ’49: „Die Courage […] erkennt zusammen mit ihren Freunden und Gästen und nahezu jedermann das rein merkantile Wesen des Kriegs: das ist gerade, was sie anzieht. Sie glaubt an den Krieg bis zuletzt. Es geht ihr nicht einmal auf, dass man eine große Schere haben muß, um am Krieg seinen Schnitt zu machen. [ ]; sie lernt so wenig aus der Katastrophe wie das Versuchskarnickel über Biologie lernt.”
“Am Krieg seinen Schnitt machen”: Zieht der olle Kapitalismuskritiker Brecht da nicht schon Voraus-Parallelen z. B. zur Arbeit hunderter NGOs (allein in Palästina sollen es über 450 sein!), die heutige Kriege im Mantel des Humanitären so auffallend merkantil begleiten, und, meine abseitige Theorie: Sie paradoxerweise so mit am Laufen halten?
typisch für dualismus, oder stereotypen wenn sie dir keine wahl lassen.
wenn einer mit dem messer auf mich losgeht, dann kämpfe ich nicht – nur wenn es sich überhaupt nicht vermeiden lässt – dann renn ich weg!
wer auch immer den spruch verbrochen hat ist eine pathologisch gestörte persönlichkeit die bauernopfer und kanonenfutter sucht – IMHO?
nix
das ding hängt jetzt bei mir im büro am flipchart q:D
hat auch schon verwirrung gestiftet!
“Brecht diesen Satz zuzuschreiben ist nicht vollkommen von der Hand zu weisen” Nein, ist es nicht insofern, als Brecht sehr wohl als Pazifist gelten kann; das wäre dann geklärt, danke. Dazu kommt bei ihm ein sehr eigener Zugang zum Krieg, den ich erhellend finde. Zu seinem Stück “Mutter Courage und ihre Kinder” erklärt er ’49: „Die Courage […] erkennt zusammen mit ihren Freunden und Gästen und nahezu jedermann das rein merkantile Wesen des Kriegs: das ist gerade, was sie anzieht. Sie glaubt an den Krieg bis zuletzt. Es geht ihr nicht einmal auf, dass man eine große Schere haben muß, um am Krieg seinen Schnitt zu machen. [ ]; sie lernt so wenig aus der Katastrophe wie das Versuchskarnickel über Biologie lernt.” “Am Krieg seinen Schnitt machen”: Zieht der olle Kapitalismuskritiker Brecht da nicht schon Voraus-Parallelen z. B. zur Arbeit hunderter NGOs (allein in Palästina sollen es über 450 sein!), die heutige Kriege im Mantel des Humanitären so auffallend merkantil begleiten, und, meine abseitige Theorie: Sie paradoxerweise so mit am Laufen halten?
Der erste Teil wird Carl Sandburg zugeschrieben, das ist richtig. “Groucho” Marx von den “Marx Brothers” behauptete jedoch in seiner Autobiografie “Groucho and Me”, Sandburg habe zahlreiche Anekdoten und Zitate gesammelt und diesen Ausspruch -”Sometime they’ll give a war and nobody will come”- von Thornton Wilder übernommen. Die zweite Zeile “dann kommt der Krieg zu Euch” ist anscheinende von einem Unbekannten hinzu erfunden worden. Laut der “Zeit” ist erst der letzte Teil von Brecht: “Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt Und läßt andere kämpfen für seine Sache Der muß sich vorsehen; denn Wer den Kampf nicht geteilt hat Der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal den Kampf vermeidet Wer den Kampf vermeiden will; denn Es wird kämpfen für die Sache des Feinds Wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.” http://www.zeit.de/2002/06/200206_stimmts_brecht.xml