Sie ist Christin, wenn auch in persönlich üblen Zeiten. Immer wieder versuchte sie sich über die üble Zeit hinwegzuhypnotisieren, indem sie eines ihrer euphorisierenden Liedchen ohne Unterbrechung leise wiederholte, Stunde um Stunde durch die Trübnis. An der Stelle, an der sich die Melodie emporschwingt, klingen als Text die Worte: “Wann immer mich Angst befällt, traue ich auf dich“. So singend, belegt sie jedem Hörenden, dass die Angst ihr Gott ist.
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Hast du wieder in einer Gemeinde Obdach gefunden oder bei den Jesuiten oder wo?
@Papasan – so spät noch im Internet unterwegs? Oh, oohhh, … Da sollten alte Leutchen doch schon schlafen!
Oder hält dich die A n g s t mit dem Nachtwächter und allen Heimatlosen dieses Planeten wach?
Ich würde mal sagen, dass die Religion dir helfen würde. Hilft sie ja auch. Denn das Herumstöbern zur Nacht auf den BLOGS anderer ist so etwas Ähnliches wie Brevierbeten, Rosenkranz etc. Die Exercitien der Postpostmoderne.
Absolvo te …
Nein, @(falscher?) Padre. Angst habe ich keine, weder um mich, noch um andere. Der Rest ist ebenfalls schlecht spekuliert. Und heimatlos müßte der Nachtwächter ja nicht sein.
so kann man sich halt auch abhängig machen von irgend welchen wahnvorstellungen, wenn man glaubt sie würden helfen.
sie konditioniert sich selbst (und durch andere die ihr das eingeredet haben). kein mensch muss das tun.
Schade, daß Du nicht antwortest.
>>So singend, belegt sie jedem Hörenden, dass die Angst ihr Gott ist.<>Sie<< hat Angst bzw. entnehmen wir das deinen Worten. Ob das zutrifft und falls ja, ob vor dem Leben oder dem Versagen oder wie auch immer wissen wir nicht.
Aber sie sucht Unterstützung bei Gott. Und allein dadurch, daß sie davon überzeugt ist, daß Gott sie unterstützt, gewinnt sie selber innere Stärke.
Beispiele dieser Stärke gibt es gar nicht so wenige. Genannt seien etwa die der 500 Ritter von Valletta, die Stadt und Festung gegen 30.000 Türken gehalten und letztlich eine türkische Invasion über Sizilien verhindert haben.
Genau deshalb können Agnostiker die Frage nach Gott nicht beantworten.
Ich finde es etwas seltsam, dass du dich über diese Leute lustig zu machen scheinst.
Anscheinend sind sie es, die dir aus reiner Nächstenliebe helfen. Einer Nächstenliebe, wie sie ihnen ihre Religion gebietet. Doch längst nicht jedem ist dieses Gebot eine Aufforderung zum Handeln in diesem Sinne.
Sie aber tun es offenbar – mit Obdach und Essen.
… wer sagt denn, dass Angst nicht etwas ganz Wichtiges ist?
Und. DASS DESHALB Angst auch das ist, was man GUT nennen kann.
Leben heisst auch – Angst zu haben.
Und Gott ist darüberhinaus natürlich auch, wo Furchtlosigkeit ist.
Allerdings ist Sicilien und der ganze katholische Süden kein besonders gutes Beispiel … Warum? Der Katholicimus ist und bleibt auf Angst errichtet. Und fällt diese Angst fort, sagt der Pope auch bald adé …
Also, – habt keine Angst vor der Angst.
Absolve te ipsum
@Falscher Padre
Zuhören hat gewisse Vorteile, beispielsweise den, mitzubekommen, wovon andere Leute reden. Und dass diese dann nicht ein zweites Mal den selben Vortrag halten müssen.
Mein Beispiel richtete sich eben nicht auf “den katholischen Süden”.
Es liegt vielmehr 450 Jahre zurück und ist wegen der Türkeninvasion auf die Ritter gerichtet, die nicht nur die Festung Valletta hielten, sondern damit auch verhinderten, daß sich ein zweites Einfallstor nach Europa für die Osmanischen Truppen öffnete. Übrigens war der Osamanische Versuch, Europa zu erobern, seinerseits ein Krieg gegen die “Ungläubigen” – mithin aus ihrer Sicht der Christen.
Man tat damals so hübsche Sachen wie sich die Köpfe getöteter Gefangener über die Mauern zu schiessen. Wäre Wien (oder Malta) gefallen, hätte es sicher kaum Überlebende gegeben.
Und Europa wäre jetzt islamisch und eine türkische Kolonie.
W i e n ist bereits schon der papistische Süden, dieses sei angemerkt zwei Tage vor dem Reformationstag samt dem Fest der Heiden und drei Tage vor Allerheuligen …
Und die Würfel fielen schon eher: Bei Karthago -damals, als die eigenen Leute Hannibal haben hängen lassen. Wenn es anders gekommen wäre – da gäbe es kein Rom und wir müßten die für viele abscheulichen Krakel malen, wenn wir uns verständigen wollten und nicht unsere eckigen Lettern.
@Falscher Padre
Gut, also daß die Römer vor Karthago quasi die Christenheit gerettet haben, war mir jetzt so nicht bekannt.
Aber wenn du meinst…
Nein, – die Karthager selber haben die Chance vertan, das Abendland einzukassieren (bevor es überhaupt entstanden ist).
@falscher (aber im dritten anlauf ehrlicher) padre
ach! das erstaunt den laien und der fachmann wundert sich über die eigenwillige geschichtsauslegung.
und ich dachte, hier ginge es um christen, wie sie ihre angst überwinden und wozu sie dann fähig sind. (beispielsweise zu nächstenliebe für mittellose nachtwächter.
)