Der menschliche Geist ist schwach. Mehr als drei Viertel der Menschen sind für die Sklaverei des absurdesten Fanatismus geboren. Die Furcht vor dem Teufel und vor der Hölle macht sie blind, und sie verwünschen den Weisen, der sie aufklären will. Der große Haufe unseres Geschlechts ist dumm und boshaft. Vergebens suche ich in ihm jenes Ebenbild Gottes, von dem es nach der Versicherung der Theologen den Abdruck in sich tragen soll.
Friedrich II. der Große (an Voltaire)




Der Mensch fürchtet sich. Vor dem was er nicht kennt. Und vor dem, was er zu kennen meint. Er fürchtet sich sogar davor, sich zu fürchten oder: Als einer angesehen zu werden, der sich fürchtet. Fürchterlich. Furcht scheint den Menschen am Bande herumzuleiten. Diesen Zug bringen wir aus dem Tierreich mit, aus dem wir gerade uns zu erheben beginnen. Furcht mußte dabei sein. Sie ist ein Ferment, ein Katalysator der Bewußtwerdung, – vielleicht ändert sich das langsam. Als Witz dieses:
“Ganz ohne FÜRCHTEN geht die Chose nicht”
Was der alte Preußenkönig Fritz aber beklagte, war nun nicht die neuro-metaphysiologische Gegebenheit der Furcht, die bereits am Anfang des menschlichen Lebens mit dabei ist und in den feinsten Gangliengespinsten des Sympathikus sich eingenistet hat und uns immerfort begleitet, sondern die Instrumentalisierung dieser unortbaren GRUNDFURCHT durch Glaubens- und Überzeugungssysteme. Durch die Pfaffen und das Volk, daß sich Pfaffen hält, um sich fürchten zu können.
In der Tat, – das ist schon bitter. Interessanterweise hatte ja die Christusgestalt jene ganz anderen Worte in den Mund gelegt bekommen: “Fürchtet euch nicht!” So ist es erstaunlich, wenn wir bereits in den durch die Apostelgeschichte geschilderten frühen Ur-Gemeinden die Furcht wieder antreffen. Und zwar als kräftiger Stabilisator einer angeblich neuen Zusammengehörigkeitsstruktur.
Man lese (wenn man will) Folgendes in Acta 2,41-46 nach:
Der Furchtvers (der 43.Vers) könnte wegfallen, ohne daß der literarische Sinn des Textes verlorengeht. Dass dieser Vers aber eingefügt worden ist deutet wohl darauf hin, daß die werdende Kirche sehr bald hinter ihren eigenen Anspruch zurückfiel und sich wieder fürchten, bzw. andere das Fürchten lehren wollte.
“Man” (und “Frau”) will den Priesterwundertäter fürchten, dann erst ist die Sache wohl überzeugend. So wie eine Überzeugung ja sowieso etwas Gewaltsames zu sein scheint. Was für Zeug kommt einem da über? Die Furcht ist mit uns untrennbar verwachsen. Und wir brauchen sie, um uns von ihr abwenden zu können.
Deshalb haben ja viele Menschen ein Kirchenbild im Kopf, daß ihnen die Furcht erhält. Das Feindbild. Ganz ohne Fürchten … usw.
hey, ihr anonymousse,
muss anonymer hochmut also auch die demut besitzen können, sich in wechselnder rede zu entmachten, oder wie
?
Klar, – wer Klartext redet entmachtet sich immer. Aber wer klar ist, der benötigt auch keine Macht.
Ich betrachte das BLOG hier als Fundgrube für schöne Dinge, es geht doch nicht um Macht? Oder doch. Ich denke der AUTOR der Texte will keine.
Ja, – mir fällt aber zugleich auf, daß im BLOG hin und wieder die Beiträge der anderen abqualifiziert werden.
Warum blos … Geht es doch um Macht? Und Furcht vor Machtverlust, wenn nicht genug geschimpft wird?
na also, ricky. geht doch. ansonsten hattest du ja nun gerade nicht klartext geredet, der rest war halb falsch und halb unüberlegt und das wurde dir frisch aufs brot geschmiert. versuch doch einfach, die kritik anzunehmen.
wo war da jetzt noch mal genau das, was du falsch findest und Unklartext?
hi rick, kommst du aus casablanca, bist du verwandt? das liesse auf einen redlichen charakter schliessen
…
also, furcht vor machtverlust? oberflächlich betrachtet, vielleicht. aber bei der überzahl an anonymen, die auf diesem BLOG ihre (aber wessen?) mal feindseligen, mal friedfertigen stimmen erheben, lässt sich ein durchgängiges motiv schwer erkennen.
dazu kommen vermutlich eifersüchteleien um die gunst des demütigen betreibers (hasenpflug war so ein schleimer) und was weiss ich noch alles, keine ahnung. aber macht? was wäre anonyme macht denn wert?
nix, oder?
Macht und Ohnmacht … Kleiner Gag zum Nachdenken:
Gott z.B. ist ohnmächtig. Denn wäre er allmächtig, dann müßte er ein Wesen schaffen können, das noch mächtiger ist als er selbst (kann er das nicht – ist er nicht der Alleskönner – nicht allmächtig).
Also muß Gott, um allmächtig zu sein, ein Wesen schaffen, daß mächtiger ist als er. Und das ist der zweifelsohne der Mensch, der den Gott in seinen eigenen menschlichen Gedanken auslöschen kann. Vor ihm (dem menschen) ist Gott völlig ohnmächtig bzw. anonym mächtig. Das macht keinen Unterschied.
Also ist die Denkfigur von der “Macht, die man hat” ohnehin nur eine große mehr oder weniger wichtige Selbsttäuschung, hinter die jeder irgendwann mal kommt.
Mir gefielen die einfachen und ehrlichen Worte des alten Friedrich II., der offenbar die Furcht der Leute beobachtet hat, – und sie Voltaire gegenüber freiheraus äußert (er macht sich darüber aber keine Gedanken – im Sinne von Grund und Herkommen).
Ist aber auch einfach drüber zu lachen, wenn man König in Preussen ist und nicht Untertan. Jedenfalls ist die Toleranz gegenüber den verschiedenen Konfessionen (gedenke Kattes Haupt!) schon der erste Schritt. Und weiter braucht man auch nicht zu gehen.
Was mir nicht gefällt ist der Ton, mit dem man hier im BLOG angeredet wird. Ist es nicht erwünscht, dass man längere Beiträge schreibt? Ich denke, ich habe hier versucht mich klar zu äußern.
Weißt Du wirklich was über den Alten Fritz? Als er noch Prinz war hat der Alte Fritz die meiste Zeit in Rheinsberg verbracht, dort hat er auch begonnen, mit Voltaire Briefkontakt zu pflegen. Die Treffen liefen weniger harmonisch ab. 1753 soll es zum Bruch mit Voltaire gekommen sein.
Angst kannte Friedrich höchstwahrscheinlich selber vom Schlachtfeld, denn er befehligte die Truppen ausgesprochen gern selber. Gute Ausbildung und Disziplin der preussischen Truppen sicherte oft Siege gegen zahlenmässig weit überlegene, oft doppelt so starke Gegner. Im zweiten schlesischen Krieg (7-jähriger) entging Friedrich mehrmals nur haarscharf einer Gefangennahme und mehrmals drohte sich die Lage bis hin zur totalen Niederlage Preussens zu entwickeln, da er sich gleichzeitig gegen Russland und Maria Theresias mächtigem Österreich im Krieg befand. Nur mit mächtig Fortune kam er davon. Wäre es zur Niederlage gekommen, hätte er wohl eher Friedrich der Hasardeur gehiessen. Zweifellos hat er eine Menge Elend und Furcht gesehen.
So aber gelang es ihm nicht nur, Schlesien als Kornkammer hinzu zu erobern, sich gegen Sachsen und desses August II, der in Personalunion polnischer König war, durchzusetzen und später mit der ersten polnischen Teilung und dem Hinzugewinn von Westpreussen (Preußen Königlichen Anteils) Ostpreussen auf dem Landwege anzubinden, sondern auch Preussen zur fünften Grossmacht in Europa zu machen. Nach weiteren Gebietsgewinnen Preussens (beide weiteren polnischen Teilungen) wurde Preussen nach der Niederlage gegen Frankreich im Tilsiter Diktatfrieden fast genau auf die Grenzen zurück gestutzt, die der Alte Fritz hinterlassen hatte.
@ rick
war doch in ordnung, was du in gänze und länge geschrieben hast*! was hier ‘erwünscht’ ist, lässt sich schwer feststellen, da der BLOGbetreibende ‘nachtwächter’ sich rar macht und nichts vorgibt.
ich und die anderen, verzeihung: die anderen und ich, schliessen daraus, dass sie machen können, was sie wollen. mit fug und recht. “macht, was ihr wollt”, hat er mal zornig gerufen, ohne zu bedenken, dass es unter seinen anhängern ja auch solche geben könnte, die bei ihm gerne anleitung, regeln, konzepte nachfragen würden. aber für sowas sei er nicht zuständig, schrie er, und verantwortlich für die verhaltensweisen
anderer schon gar nicht.
ich glaube, der ist ein chaot, aber sonst ganz nett. und er hat was auf dem kasten und ideen, an denen sich andere prima abarbeiten könnten – wenn sie sich nicht lieber fetzen würden (und ich nicht gefragt hätte, wo du herkommst, sorry).
ja, unarten gibt’s, aber mach mal was dagegen …
*ehrlich gesagt, das mit der so leicht mit macht zu besetzenden furcht ist ein ziemlich alter hut. die ‘offenen und ehrlichen’ worte des friedrichzwo an den wolltär (kleiner scherz am rande) haben mich aber auch berührt.
guten tag! man hat mir die seite wg. seiner anregenden einträge empfohlen. ich stelle extrem asynchrone kommunikation fest. alle reden sie durcheinander und aneinander vorbei. fragen behandeln sie ab- oder ausschweifend, anonym und nachlässig oder sie lassen sie gans unbeantwortet.
das interessiert kein schwein.
wie recht du doch hast, porcellus.
@ anonymous
bitte, wenn sie mich kleiner machen wollen, als ich bin: sehr freundlich. hausmeerschweinchen landen hierzulande selten auf dem teller … aber meinesgleichen?
oh stress, lass nach …
“welches schweinderl hättens denn gern” … “ist da scho weihnachtn”
im internetz ist übrigens “du” und kein gesieze. und sich über anonyme bei anonymen zu beschweren – denk mal selber drüber nach, welchen sinn sowas macht.
*gähn*
… im internetz ist vor allem kein herz für schweine. morgen ist schlachttag, du unmensch.
glaubst du etwa, ich würde mir da noch gross gedanken über den geeigneten umgang mit anonymen machen?
leb wohl.
und tschüss, @der-mit-seinem-kopfkino-zu-kämpfen-hat und sich selber als schweinebacke oder so ähnlich tituliert. machet jut, schwing de hut.
@ der-mich-dem-schlächter-überantwortet
nur schlachthaus ist schlimmer als das, was ich lese! im kopf hab ich die szene, wie dir mein kotelett im hals steckt und du daran …
du drehst sie nur einmal.
sie sahen eine neue folge der serie “schweine im weltall”.
dem hauptdarsteller mr.pig sind etwas die nerven durch gegangen. wir bitten das zu entschuldigen.
Klappe!
… and äktschen. *gg*
danke, rick. was ist an dem namen falsch, dass du ihn nicht benutzt.
irgendwie erinnerst du an hasenbein und seinen wahlleipziger kumpel: immer überzeugt sein von der eigenen wichtigkeit und mit vielen geschraubten worten meilenweit am thema vorbei – daran sollen wir sie erkennen. wärst du etwas bescheidener im auftritt und würdest dich erst über themen informieren, anstatt sofort halbgar los zu fabulieren, dann könnte man dich beinahe erträglich nennen.
friedrich hatte mit religion nicht wirklich etwas am hut. er zählte sich zu den aufklärern und folgerichtig gab es in preussen auch religionsfreiheit. und geförderte kunst. und den glauben an den fortschritt. und eroberungskriege nebst soldatenstaat, dem sich alles unterordnete.
Wer ist “hasenbein” und sein “leipziger Kumpel”? Haben die was mit unserem guten König aus Sanssouci zu tun? Ich kenne nur den Katte, den der Soldatenkönig hat hinrichten lassen (und der Alte Fritz hat es mit ansehen müssen) und Leipzig war damals Sachsen – und Feindesland.