Grenzwissenschaft (Asubstantiv, die) — Als G. werden Bestrebungen bezeichnet, die sich am Rande der Wissenschaft befinden. Zwischen Wissenschaftlern sowie denkenden Menschen und so genannten Grenzwissenschaftlern besteht allerdings eine gewisse und bei näherer Betrachtung recht leicht verständliche Uneinigkeit darüber, auf welcher Seite des Randes sich eine G. befindet. Bereiche, die als G. betrachtet werden, zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Anhänger gern eine wissenschaftlich klingende Sprache und einen wirrseligen Wust von eigens ersonnenen Fachausdrücken verwenden, um in solcher sprachlicher Mimikry den Mangel an gesicherter Erkenntnis, das Fehlen jeglicher Vorhersagekraft, das weit gehende Scheitern von Vorhersageversuchen und den zum Ausgleich vorhandenen Reichtum an bullshit zu verbergen, wie es sich leicht bei Betrachtung der so genannten “Ufologie”, der so genannten “Alternativmedizin” oder in den so genannten “Wirtschaftswissenschaften” zeigt. Dieser armselige Trick funktioniert dermaßen gut, dass wenigstens die Anhänger eine G. regelmäßig darauf hereinfallen und aus ihren nur dürftig von gesicherten Fakten gestützten Postulaten weit reichende gesellschaftliche Forderungen ableiten, deren Nichterfüllung gern als Folge großer Verschwörungen (beliebte Hinwegerklärung in der “Ufologie”) oder eine Auswirkung des Kommunismus (beliebte Hinwegerklärung in der “Wirtschaftswissenschaft”) betrachtet wird — letzteres selbst noch innerhalb von Gesellschaften, in denen Kommunisten und Anhänger verwandter politischer Ideologien bedrängt, kriminalisiert und verfolgt werden. Wache Menschen erklären sich das Wort von der Grenzwissenschaft so, dass in diesen Bestrebungen vor allem die Grenze zum Irrsinn berührt und zuweilen auch überschritten wird.
Grenzwissenschaft
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[...] in falscher Ethymologie als “Kryptozoologie” gedacht und -schrieben) — Die Grenzwissenschaft der K. versteht sich selbst als ein Rehwierr der Zoologie und beschäftigt sich mit so genannten [...]




In wissenschaftlichen Blogs kursieren von Zeit zu Zeit Listen von Kriterien, anhand derer man sogenannte “crackpots” erkennen können soll. (siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Crackpot#Verwendung_innerhalb_der_Wissenschaft )
Neben dem Verweis auf inhaltliche Aspekte (z.B. gilt fast jeder, der die Relativitätstheorie oder die Evolutionstheorie anzweifelt, als “crackpot”) wird dort viel psychologisiert, z.B. wenn der Urheber behauptet, die Schulwissenschaft würde seine Theorien “unterdrücken” und lächerlich machen. Diese Listen sind insgesamt wenig hilfreich bei der Frage, wer sich der Wissenschaft sinnvoll bedient und wer nicht, sondern stellen eher eine “wissenschaftliche Inquisition” dar, mit deren Hilfe sich die Etablierten, die durch ihre Stellung auch Machtpositionen innehaben, die Andersdenkenden durch Lächerlichmachung vom Hals halten.
Es gibt immer nur eine Richtschnur bei der Beurteilung wissenschaftlicher Themen, und das ist die Übereinstimmung von Theorie und Empirie. Die Empirie ist unter Berücksichtigung einer gewissen statistischen Schwankung als fix zu betrachten; die Theorien stehen miteinander im Wettbewerb um die einfachstmögliche Erklärung des Beobachteten.
Leider ist es so, dass Theorien, die Generationen von Forschern ihr gutes Auskommen auf Professorenstühlen sicherten, sich nicht so leicht von ganz neuen Ideen als fehlerhaft verdrängen lassen – und hier kommt die Machtposition ins Spiel, die ein Kollektiv von Professoren als Herr über ihren Fachbereich und über hohe Forschungsmittel eben auch hat. Es ist weder intellektuell anspruchsloser noch weniger relevant, wenn man, statt “Crackpots” in verschiedene psychologische Schubladen zu sortieren, die mangelnde empirische Fundierung etwa der “seriösen Klimaforschung” oder die ideologische Blindheit der “seriösen Sozialforschung” kritisiert. Mit beidem wird versucht, einen heilsamen Kritikprozess innerhalb der Wissenschaft in Gang zu setzen, doch wenn man zugleich an einer Hochschule arbeitet oder gar noch die Promotion vor sich hat, ist es leicht das Ende der wissenschaftlichen Laufbahn. Diese Vermachtung von Wissenschaft und Wissenschaftlern und ihre Einbindung in ein manipulatives System, zu der noch die Diffamierung ernsthaft arbeitender interner und externer Kritiker als “Crackpots” tritt, ist ein sicheres Zeichen für den Verfall wissenschaftlicher Kultur und damit der westlichen Zivilisation überhaupt, die durch ein ernsthaftes Betreiben von Wissenschaft zu dem wurde, was sie bisher gewesen ist.