Immer wieder bekommt man bei der Arbeit am Computer eine Fehlermeldung, die mit den Worten „Unerwarteter Fehler“ beginnt. Das wirkt sprachlich so, als seien die anderen Fehler „erwartete Fehler“, als habe sich der Programmierer beim Formulieren der Meldungen gedacht: „Wusste ich doch, dass der Anwender irgendwann einmal auf diesen Fehler stoßen würde, früher oder später [...]
Beiträge vom Oktober 2009
30. Oktober 2009
Helloween
Ich weiß gar nicht, warum hier in Deutschland dieses US-amerikanische Kinderfest namens „Helloween“ importiert wurde. (Nein, ich meine jetzt nicht das ursprüngliche pagane Fest zum Beginn des Winters im ursprünglichen Jahreslauf mit drei Jahreszeiten, bei dem man sich wohl mit gutem Recht beim Schlachten des schwächeren Viehs fragte, wer unter den Menschen wohl den kommenden [...]
29. Oktober 2009
Glückshut
Das sind die Produkte für die kommende Zeit:
Der Glückshut
Ein tragbares Gerät zur Konditionierung, das ermittelt, ob sie lächeln und für schmerzhaftes Feedback sorgt, wenn sie es nicht tun. Ein Stirnrunzeln verursacht starke Schmerzen, aber mit einem breiten Lächeln bleiben sie schmerzfrei. Das erste einer Reihe von Hilfsmitteln für die verbesserte soziale Interaktion.
Ein zugehöriger Krümmungssensor legt [...]
28. Oktober 2009
Verwaltung
Verwaltung (die) — Eine zum technokratischen Selbstzweck werdende Tätigkeit, die überall dort wie von allein entsteht, wo die menschlichen Eigenschaften der seelischen Kälte, der Dummheit und der Gründlichkeit zusammenkommen.
27. Oktober 2009
Annie
Und du sitzt in deinem Zimmer
dir gefällt die Unterhaltung;
und du schaust fern,
helle Farben, und so entzückend.
Du könntest nicht in ihrer Nähe sein,
würdest nicht hören, was Annie* sagt
während Annie traurig ist.
Du könntest nicht in ihrer Nähe sein,
würdest nicht hören, was Annie sagt.
Und du wartest auf deinen täglichen Nervenkitzel, ungeduldig,
um ihn für deine [...]
26. Oktober 2009
Schärfe und Stumpfheit des Elends
Zeitgenossin: „Wo hast du es eigentlich gelernt, so scharf zu schreiben?“
Nachtwächter: „Nirgends habe ich das Schreiben gelernt, ich tue es. Aber ich kann dir sagen, Schwester, wo ich es gelernt habe, scharf zu denken: Im Elend.“
Zeitgenossin: „Willst du mir erzählen, dass Elend klug macht?“
Nachtwächter: „Nein, Elend allein reicht dazu nicht, noch etwas weiteres ist erforderlich, [...]
25. Oktober 2009
Von der Ungerechtigkeit
Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis!
Aus der christlichen Abendmahls-Liturgie
Zum konzeptionellen Wahnsinn der durch Paulus von Tarsus gegründeten christlichen Religion gehört die tief in ihrem Kern eingebettete, mörderische Ungerechtigkeit. Ein Christus muss völlig unschuldig gefoltert werden und wie ein Schwerverbrecher am römischen Marterpfahl verrecken, damit der heilige, gerechte Mördergott sein heiliges, gerechtes Mütchen darin [...]
25. Oktober 2009
Vom Hoffen auf den Journalismus
Dieser Artikel mit einer Überschrift, die in die Irre führt, einem Trend, der keiner ist, Schreib- und sachlichen Fehlern, zeigt, dass man mit einer professionellen Schreibe vieles zudecken kann. Der viel zitierte Qualitätsjournalismus wäre danach nicht als Fakt, sondern als Hoffnung zu definieren, dass ein Journalist bei Dingen, die nicht unmittelbar überprüfbar sind, richtig berichtet. [...]
24. Oktober 2009
Über der Übersetzungen Zungen
[...] nicht seriös, nicht brauchbar und nicht empfehlenswert.
Axel Freiherr von Campenhausen, ev.-luth. Kirchenrechtler, über die „Bibel in gerechter Sprache“
Die Unermüdlichkeit christlicher Gelehrsam- und Lehrhaftigkeit hat eine große Menge Übersetzungen der biblischen Texte in die deutsche Sprache hervorgebracht, mit denen Menschen an besser diesen schwierigen Stoff herangeführt werden sollen. Neben den beiden verbreiteten Werken — der [...]
24. Oktober 2009
Vom Gottesdienst im Internet
Die Frage, die hier Ein feste Burg ist unser Gott aufgeworfen hat, finde ich auch aus dem Blickwinkel eines überzeugten Nichtanhängers der christlichen Religion interessant und möchte einige nur leidlich sortierte Stichpunkte dazu beitragen — dass im Worte „Stichpunkte“ ein leichter, heiterer Anklang vom „sticheln“ enthalten ist, passt mir dabei recht gut:
Web 2.0 ist ja [...]
23. Oktober 2009
Habgier
Die dumme Idee, die — früher mit gutem Grund als niedere Strebung betrachtete und verachtete — Habgier zur ausschließlichen Grundlage des menschlichen Miteinanders in einer Gesellschaft zu machen, erzeugt zwangsläufig ein Miteinander von Dieben, Betrügern und Räubern in der Haltung ständigen gegenseitigen Misstrauens und Neidens. Alles weitere. Steht auch in jeder Zeitung.


