Beiträge vom April 2009

30. April 2009

Erziehung und Schule

Non scholae, sed vitae discimus.
Nachdem die Eltern ihrem Kinde in vielen Jahren und in geduldiger Mühe das Gehen und das Sprechen gelehrt haben, kommt die Schule und bringt dem Kinde in vielen Jahren und stumpfer Frontalunterrichtung das Stillesitzen und das Mundhalten bei.

29. April 2009

Die wirksame Abwrackprämie

Eine Abwrackprämie für die gegenwärtige Regierung der extremen Mitte, ein mindestens vierstelliger Betrag, auszuzahlen an jeden Menschen, der nachweisbar hilft, das von Natur aus verbrauchte Personal dieser Regierung zu beseitigen und durch ein unschädlicheres zu ersetzen; das wäre vielleicht das beste und wirksamste Programm in der gegenwärtigen Krise.
Wenn die Mitglieder der herrschenden politischen Kaste mit [...]

28. April 2009

Aus festem Steim gebaut

„Der Kaiser ist ja nackt…“
Die Herrschenden des alten Ägypten hatten die Mehrzahl der Gebäude mit Lehmziegeln errichten lassen, insbesondere auch alle Verwaltungsbauten des ägyptischen Staates und selbst noch ihre Paläste. Die Gebäude, die in solcher Bauweise entstanden, waren nicht sehr beständig, und sie sollten es wohl auch nicht sein, denn andere Gebäude zeigen bis auf [...]

28. April 2009

Die religiöse Abspaltung

Das Leben ist an die Lebenden verschwendet.
Douglas Adams

Die Menschen, die zur heutigen Zeit religiös sind und auf diesem Hintergrund — und auf Grundlage der seltsamen Auffassung, dass sechs Handvoll von mehreren tausend Jahre alten, biblischen Texte ein besseres Bild der Wirklichkeit zeichnen als alle fortgeschrittene und durch die tiefere Kenntnis der Fakten und Zusammenhänge verbesserte [...]

27. April 2009

Von der hohen „Akzeptanz“

[Quelle des Scans: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom vergangenen Samstag, den 25. April. Wer wenig Bezug zu Hannover hat, benötigt noch die Erläuterung, dass die "Üstra" der hannöversche Nahverkehrsbetreiber ist.]
Herr Neiß sieht also eine „hohe Akzeptanz bei Kunden“, wenn diese Kunden mehr bezahlen müssen. Das fällt Herrn Neiß sehr leicht, das so zu sehen — und [...]

26. April 2009

Deutschland in Europa

dô wart sîn riuwe alsô grôz
daz im in daz hirne schôz
ein zorn unde ein tobesuht,
er brach sîne site und sîne zuht
Hartmann von Aue, Iwein

Im Vorbeifahren auf einem Wahlplakat der FDP den claim gelesen: „Für ein Deutschland in Europa“. Es ist doch tröstlich, dass diese hemmungslosen, kryptofaschischtischen Volksverkäufer, die am liebsten jedes Lebensrecht eines Menschen unter [...]

26. April 2009

Richtung und Garheit (22)

On n’excuse pas le mal par le pire.
Nabelschnur — Wie kann ein denkender Mensch nur auf die absurde Idee kommen, dass wirtschaftlich von ihren Werbekunden abhängige Medien eine unabhängige Berichterstattung leisten könnten? Oder gar, dass die im politischen und wirtschaftlichen Filz hängenden halbstaatlichen Rundfunkanstalten in der BR Deutschland über die Verflechtungen von Wirtschaft und Politik [...]

25. April 2009

Was die Kirche fürchtet

Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche. Aber sie will herrschen, und da muß sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen.
Johann Wolfgang von Goethe (zu Eckermann)

24. April 2009

Einwegjournalismus

Was das Schießpulver für den Krieg war, ist die Druckerpresse für den Geist.
Wendell Phillips
Aus unerklärlichen Gründen wird die Presse viel zu hoch geschätzt und erhält wegen dieser Wertschätzung sogar wirksamen Wert. Vermutlich ist die Tageszeitung das älteste Einwegprodukt, das vom gegenwärtigen Kulturprozess hervorgebracht wurde. Mit hohem Aufwand werden Neuigkeiten erstellt und in strukturell leicht konsumierbarer [...]

24. April 2009

Vom Tun im Dunkeln

Es bleibt zu befürchten, dass die Arbeit einiger staatlicher Behörden in einem derartig hohem Maße geheim ist, dass die Schreibtischtäter Mitarbeiter dort selbst nicht mehr wissen, was sie tun.

23. April 2009

Die alfabetische Sortierung

Wir müssen den alten Römern ja wirklich dankbar für ihr Alfabet sein. Diese zweihalb Handvoll Symbole, die einfach in eine bestimmte, recht willkürliche Reihenfolge gebracht wurden, ermöglichen uns heute eine einfache Anordnung des gesamten Vokabulares in einer eindeutigen Reihenfolge. Man möchte gar nicht darüber nachdenken, wie umständlich die Benutzung eines Telefonbuches oder eines anderen Nachschlagewerkes [...]

23. April 2009

Niemals unterschätzen…

Was man selbst geschrieben hat, kann schon nach ein paar Monaten fremd und überraschend erscheinen. Ich habe eben meinen eigenen Lizenztext für die Veröffentlichung meiner Musik überflogen, und war dabei sehr erstaunt, dass ich damals unter anderem die folgende Passage geschrieben habe:
Der gesellschaftliche Kampf um die Freiheit kultureller Güter ist längst noch nicht mit allen [...]