Beiträge vom März 2009

31. März 2009

Der Geheimnisträger

Er war ein durchaus gebildeter Mensch, der sich gewählt und treffsicher ausdrücken konnte. Und. Er wollte mich von den Vorzügen seiner Religion überzeugen. Während er das versuchte, sprach er unter anderem im feinsten Ton seiner christlichen Glaubensgemeinschaft vom „Geheimnis der göttlichen Liebes-Offenbarung in Jesus Christus“ und verwendete etliche vergleichbare Formulierungen, die das Wort „Geheimnis“ enthielten.
Mir [...]

30. März 2009

Vom Schwätzen und vom Handeln

Vergleichen wir einmal die Diskussionen über den Völkerbund (von 1920) im Senat der USA mit der Erörterung über ein zusammengebrochenes Auto in einer Garage an der Landstraße. Der Unterschied ist gewaltig. Der ländliche Mechaniker denkt wissenschaftlich; sein einziges Ziel besteht darin, sein Wissen vom Bau und vom Betrieb des Autos zu verwerten, um den Wagen [...]

30. März 2009

Gefühlsecht

Welcher Werber ist eigentlich auf die Idee gekommen, ausgerechnet das Wort „Gefühlsecht“ auf Kondompackungen zu drucken? Spiegelt sich in diesem Wort etwa das gut verpackte und von äußeren Einflüssen nur noch mittelbar erreichbare Gefühlsleben dieses Werbers wider?

30. März 2009

Die Schwätzenden

Ausgerechnet jene, die von einer Sache wenig oder nichts verstehen, wollen immer dabei mitreden.

29. März 2009

Vor dem Bankrott

Unbedingte Tätigkeit, von welcher Art sie sei, macht zuletzt bankrott.
Goethe, Maximen und Reflektionen, Nr. 37

28. März 2009

Vom Karfreitag

Die sich auf antiker Offenbarung berufenden, monotheistischen Religionen der Menschheit kennen in ihrem allgemeinen Trockenrausch, was den Umgang mit andersgläubigen Menschen angeht, nur eine einzige geschichtlich konstante Formel: „Du musst dran glauben, oder du wirst ‘dran glauben’!“. Der inhärente Absolutheitsanspruch aller dieser Religionen wird bei der erstbesten Möglichkeit wieder dazu führen, dass das Glauben der [...]

28. März 2009

Tröster

Nicht gerade tröstlich…

28. März 2009

Die lodernde Feuerwehr

Der Versuch, einen Bürgerkrieg oder eine kriegerische Auseinandersetzung ausgerechnet mit Waffengewalt zu beenden oder doch wenigstens einzudämmen, erinnert an den Versuch, einen Brand zu löschen, indem man Benzin hineingießt.

27. März 2009

Die selbsterfüllende Prophetie

„Man kann ja eh nichts ändern„, sagt Zeitgenosse Mauerglück. Und. Versteckt sein „ich“ hinter dem unpersönlichen „man“, um der Schwere seines Sitzfleisches allgemeine Gültigkeit zu geben. „Die machen ja eh, was sie wollen„. Mit diesem Mantra auf den Lippen, das wie mechanisch jedes Mal wiederholt wird, wenn die eigene Verantwortung hör- und fühlbar wird, tut [...]

26. März 2009

Kinski, Jesus und die Medien

Nichts hinzuzufügen!
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26. März 2009

Die Versagerin

Zeitgenossin: „[...] und meine Mutter hält mich sowieso für eine völlige Versagerin.“
Nachtwächter: „Und das Schlimmste daran. Ist. Dass deine Mutter darin völlig recht zu haben scheint. Wenn man sich dein Leben anschaut, bist du auf ganzer Linie gescheitert. Aber eines. Fragt sich deine Mutter oder ein anderer Mensch niemals: Ob dein ‘völliges Versagen’ darauf zurückzuführen [...]

26. März 2009

Der kleine Henker

[...] in der heutigen Zeit ist es besonders wichtig (trotz Wirtschaftskrise), sich um Chancen in der beruflichen Qualifizierung zu bemühen und zu orientieren. Deshalb wollen wir Sie über aktuelle Möglichkeiten der Beschäftigung und Weiterbildung informieren.
Aus dem Schreiben einer ARGE
In jedem Beamten und Angestellten, der die Staatsgewalt gegen die oft bedrückten und um ihre Existenz bettelnden [...]