Beiträge vom Dezember 2008

31. Dezember 2008

Zum Tierarzt

Wenn ein Mensch krank wird, sollte er besser zum Tierarzt — am besten zum Tierarzt für Klein- und Haustiere — gehen, nicht zum „Menschenarzt“, denn beim Tierarzt würde er um vieles menschlicher behandelt. Er erhielte vor und während aller oft unangenehmen Behandlungen, denen er doch eher machtlos und ohne jedes wirkliche Verständnis ausgeliefert ist, einen [...]

30. Dezember 2008

Fernsehen

Nur kurz angemerkt:

YouTube-Direktlink

30. Dezember 2008

Die Größe

So sehr sich Menschen davon verblenden lassen, keineswegs ist immer die Größe entscheidend. Von den Dinosauriern haben nur die kleinen und anpassungsfähigen überlebt, und die Wale stehen kurz vor der Ausrottung. Unterdessen. Geht es den Ameisen immer noch blendend, und von den Bakterien will ich gar nicht erst reden.

29. Dezember 2008

Das Tafelsilber

Es ist schon etwas skurill: Ich kenne sehr viele Menschen, die sich mit dem über Wasser halten (müssen), was ihnen kampflos gegeben wird, wenn sie darum bitten. Und fast alle diese Menschen haben Silberbestecke.
Es handelt sich dabei niemals um irgendwelche Erbstücke. Sondern. Es ist so, dass viele Menschen heute kein Silberbesteck mehr haben wollen. Es [...]

28. Dezember 2008

Words for Girls

Wehe euch, ihr Vertreter des religiösen Etablissments, ihr Heuchler, die ihr die Gegenwart Gottes vor den Menschen verschließt! Ihr gelangt nicht in diese Gegenwart, und die hinein wollen, die lasst ihr nicht hineingehen.
Frei nach Jesus aus Nazaret, Mt. 23, 13
Wenn Menschen, die gar nicht recht damit konfrontiert sind, aus der Ferne über den religiösen Fundamentalismus [...]

27. Dezember 2008

Gewissen

Gewissen (das) — eine nachdenkliche, die Konsequenzen des eigenen Tuns und Lebens für andere Menschen nachvollziehende und in diesem Lichte selbst-beschränkende Denkweise, die in der Regel erst dort anfängt, wo der eigene Vorteil des so Denkenden aufhört.

26. Dezember 2008

Der Experte

Was einen so genannten „Experten“ vom gewöhnlichen Scharlatan unterscheidet, der durch Gaffen in ausgelegte Tarotkarten, in Kaffeesatz, in astrologische Diagramme oder in Kristallkugeln Aufschluss über das Kommende zu erringen vorgibt, das ist, dass der „Experte“ hinterher sehr genau und sehr rationell klingend sagen kann, warum seine Prognose nicht eingetroffen ist.
Was ein solcher „Experte“ mit dem [...]

24. Dezember 2008

Die Bewohnerin des Ihmezentrums

Es begab sich aber zur Zeit des zerfallenden kapitalistischen Systemes, dass ein Gebot von Kaiserin Kommerzia ausging, dass alle Medien die Hirne der Menschen mit verdeckter und mit offener Reklame beizen sollten. Und alle Medien, die kleinen und die großen, sie gingen schwanger mit hochnotpeinlicher Realsatire, die sie an allen möglichen und unmöglichen Orten gebaren, [...]

24. Dezember 2008

Das Buch

Man kann so vielen Menschen nicht einmal mehr ein Buch schenken. Sie würden vergeblich versuchen, das Buch in einen Videorekorder zu stecken.

23. Dezember 2008

Mathe fürs Leben

Sie war etwas schlampig gekleidet. So, wie man sich eben zu Hause kleidet, also bequem.
Und. Wenn immer sie mir ihren Rücken zuwandte, und ihre schlabberige Hose wegen des ermüdeten Gummizuges ein wenig nach unten rutschte, dann bildete sich zwischen dem etwas zu kurzen Pulli und der Oberkante dieser Hose ein Spalt, der Einblick auf die [...]

21. Dezember 2008

Der Berauschte

Seine Überzeugung konnte man ihm anmerken, und auch, wie ernst es ihm mit seiner Überzeugung war: In jedem Wort, in jeder Geste, in der gesamten Dynamik seiner Intonation. Leider konnte man ihm auch bei genauem Zuhören nicht anmerken, wovon er überzeugt war.

20. Dezember 2008

Weihnachten

Weihnachten — Konsumolympiade, Tannentrauma, Kaufrauschengel, Seelenschnee, Kitschgrund, Knatschgrund, Osramkerzenfest.
Von Christen umgewidmetes Fest zur Wintersonnenwende, das vorgibt, die Geburt von Jesus aus Nazaret zu feiern, aber in seiner gesamten Symbolik eher einer Reklamefigur von Coca-Cola gewidmet zu sein scheint, dem so genannten Weihnachtsmann. Von der christlichen Überdeutung des Festes ist in der konsumistischen Überdeutung nur der [...]