Kaum jemand weiß, wie das Wort „Hokuspokus“ entstanden ist, das ja auch bis heute gern und oft zur abwertenden und treffenden Bezeichnung jeder Form des faulen Zaubers verwendet wird. Es handelt sich um eine Verballhornung der rituellen lateinischen Formel „hoc est corpus meum“, die als wichtig präsentiertes Gemurmel über Jahrhunderte hinweg von so vielen Menschen [...]
Beiträge vom Oktober 2008
29. Oktober 2008
Rettungspaket
Wenn man das Wort vom „Rettungspaket“ hört — jetzt einmal ohne den gegenwärtigen Propaganda-Sprech der politischen Kaste — denn denkt man ja unwillkürlich an so etwas wie ein Päckchen, dass etwa Schiffbrüchigen oder Hungernden zugeworfen wird, um ihre bedrohlichste Not zu lindern, man denkt an eine warme Maßnahme der Mitmenschlichkeit, die als zivilisatorische Leistung das [...]
28. Oktober 2008
Von Menschen und Gänsen
Was ist der Unterschied zwischen einem Menschen und einer Weihnachtsgans?
Was man in den Trichter tut. Den Menschen muss man erst mit ein paar eingängigen Lügen stopfen, bevor man ihn so richtig ausnehmen kann.
28. Oktober 2008
Weltschlag
Wie fröhlich doch manchmal ein Verleser die Dinge erhellt! Die Überschrift lautete „Schlagzeilen aus aller Welt“, aber ich verlas sie beim ersten Überfliegen als ein „Schlägereien aus aller Welt“. So sehr diese Lesart auch der pseudosachlichen Sprache von Nachrichten widerspricht und so schnell und natürlich ich deshalb das Verlesen bemerkte, das Ergebnis der unbewussten Textkorrektur [...]
27. Oktober 2008
Der geschlossene Fern-Säh-Kreislauf
Es ist schon auf eigentümliche Weise für einen Fernsehabstinenzler erheiternd, wenn er bei jemandem sitzt, der gewohnheitsmäßig abends zur Fernbedienung greift und sich die vorgefertigten Bilder und Stimmen in die Wohngrotte holt. Vor allem, wenn dieser Jemand zwar beim unsäglichen Programm von RTL hängenbleibt, aber die ständige Unterbrechung dieses Programmes durch das eigentliche Programm — [...]
27. Oktober 2008
Die alte Weisheit
Niemand flickt ein altes Kleid mit einem Lappen von neuem Tuch; denn der Lappen reißt doch wieder vom Kleid, und der Riß wird ärger.
Jesus aus Nazaret zugeschrieben, Mt. 9, 17
Die „Logik“ des kulturell etablierten Aberglaubens — dieser Geschäftszweig beschränkt sich ja nicht nur auf Horoskope und mit professioneller Routine ausgelegte Tarotkarten, auch die pfäffischen Zaubersprüchlein [...]
27. Oktober 2008
Horror und Verdrängung
Jede psychisch wirkmächtige und damit überhaupt erst interessante Gruselgeschichte und jeder Horrorfilm enthält als wesentliches Element der darin erzählten Geschichte, dass die Grenze zwischen Tod und Leben aufgehoben wird, dass sich die Handlung in einer surrealen Grauzone zwischen Tod und Leben entfaltet. Die Toten leben weiter und haben den Wirkkreis der Lebenden nicht verlassen. Damit [...]
26. Oktober 2008
Schutthaufen
Während die anderen Teilnehmer des heutigen hannöverschen Bloggertreffens ihre Eindrücke und auch Fotos des Ereignisses im Café Safran anzubieten haben, bringe ich hier — typisch „Miesmacher“ — nur eines der vielen tristen Motive, über die mein Auge auf dem Weg in die namenlose Gegend zwischen der Innenstadt, der Calenberger Neustadt und Linden stolperte.
26. Oktober 2008
Determinismus und Vorhersehbarkeit
Der Grund, weshalb ein Mensch trotz erheblicher Einsichtsfähigkeit weiterhin daran glauben kann, er habe in einem vollständig determinierten Universum so etwas wie einen „freien Willen“ — also eine unabhängige Instanz der Persönlichkeit, die ihn frei handeln lässt — liegt neben der Wucht der psychischen Illusion im Spiegel des Bewusstseins auch in einer einfachen Verwechslung: Gern [...]
25. Oktober 2008
Tote Tiere
Aus der Sicht eines Fotografen, der in einem komponierten Abbild das Seiende festzuhalten sucht, um die beabsichtigte Sicht auf das Seiende zu vermitteln, ist die belebte Natur nur problematisch. Schon die Pflanzen können bei solchem Anliegen „widerspenstig“ sein, wenn sie die vielen Spuren ihrer Rolle im System der Ökosphäre zeigen. All diese angenagten Blätter, Gallen, [...]
24. Oktober 2008
Sex und Reklame
Die jedem Sehenden wahrnehmbare Übersexualisierung von Produkten in der Reklame ist kein Zeichen besonderer sexueller Freizügigkeit, sondern ganz im Gegenteile ein Spiegelbild verbreiteten sexuellen Mangels, dessen Wurzel in Unterdrückung, Tabuisierung und Verdrängung zu suchen ist.
23. Oktober 2008
Offener Brief an die DNB
Werte Damen und Herren von der Deutschen Nationalbibliothek,
mit großer Erheiterung habe ich wahrgenommen, dass nun für jede Form der Publikation eine Abgabepflicht bei Ihnen gelte, damit Sie sich das Schaffen der Menschen in Deutschland kostenlos aneignen und es archivieren können. Die diesbezügliche Verordnung des Deutschen Bundestages, dessen Abgeordnete sich ja nicht gerade durch eine besondere [...]


