Der Nachrichtensender CNN ist bekannt für seine regierungstreue Kriegsberichterstattung. Offenbar sind viele Zuschauer von diesen Bildern inzwischen abgestumpft. Das ist verständlich, der embedded journalism tendiert zu relativ sauberen Bildern aus dem blutigen Geschehen. Das reißt nach kurzer Gewöhnung an den einstigen Tabubruch niemanden mehr vom Hocker. Der Krieg (genauer: seine mediengerechte Darstellung) ist kommensurabel und konsumierbar geworden.

Deshalb können Voyeure und Gaffer mit Videokamera (oder Video-Handy) jetzt ihre aufwühlendsten Machwerke über CNN ins Fernsehen bringen. Und das Schlimmste daran: Dieses Beispiel wird gewiss Schule machen, auch in Deutschland. Die abgestumpften und vollgestopften Sinne müssen mit immer stärkeren Reizen angesprochen werden, um die Menschen zu fesseln. Um sie so zu fesseln, dass sie auch bei der Werbung, dem eigentlichen Geschäft, nicht wegschalten. Die nächste Runde der Contentindustrie ist eröffnet, und ihr Thema ist ein modernes Wort: user generated content.

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