Jede bewegende Musik, ja, jedes bewegende Kunstwerk enthält ein starkes Element der Verzweiflung. Wenn dieses Element fehlt, wird das Werk als langweilig und Nichts sagend empfunden, es taugt bestenfalls noch zum Zweck der Dekoration oder Unterhaltung. Es ist ein Zweckwerk geworden, ein Funktionswerk für pragmatische und damit gefühlsfremde Funktionsmenschen. Gerade die momentan populäre Musik trägt dieses Gepräge sehr deutlich, sie ist reine Funktionsmusik.

Was einen Menschen bewegt, ist nicht das Hoffen auf paradiesische Zustände. Dieses Hoffen hält passiv und wartend. Was einen Menschen bewegt, ist die fühlbar und damit wirklich gemachte Verzweiflung. Diese kann einen Menschen sogar dazu bewegen, die Zustände zu ändern, die Leiden verursachen. So kann die Verzweiflung den Prozess der gesamten Menschheit voran bringen. In der heutigen Zeit endet sie allerdings in vielen Fällen im Selbstmord, wo sie es nicht schafft, Kunst zu schaffen. Das Dasein eines Menschen, der noch fühlt und sich deshalb nicht mit Ersatzstoffen für ein erfülltes Leben zufrieden geben kann, ist völlig aussichtslos.

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