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Denken

Wie gern doch Menschen ihr Gehirn dazu verwenden, zu denken, dass sie denken.

Glimmen

Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen

Konfuzius (551-479 v.u.Z.)

Doch noch ärger als die Dunkelheit selbst sind jene Finstergeister, die in die Dunkelheit hineinsprechen und immer wieder dazu auffordern, die Äuglein zu schließen und sich einfach mit der Kraft der kältesten Psyche ein Licht vorzustellen — und die sich in dieser Geste für große Lichtbringer halten.

Weg-Ticker

Continental-Werke (Hannover-Limmer)

Fassade der Continental-Werke zu Hannover-Limmer mit Graffiti und zerstörten Fensterscheiben

Das neue Studio der ARD-Tagesschau

Standbild mit dem neuen Studio der ARD-Tagesschau

Je weiter sich die vom Nachrichtenvorleser vorgelesenen Nachrichten und die niemals offen kommunizierten Relevanzkriterien für diese Auswahl von Nachrichten von der Lebenswirklichkeit der Menschen und vom journalistischen Anspruch der Ausgewogenheit, Faktentreue und Sachlichkeit entfernen, desto mehr gleicht sich das Aussehen der Räume, in denen der Nachrichtenvorleser diese Nachrichten in gut gespielter Objektivität vorliest, an die Gestaltung der Brücke eines Raumschiffes aus schlechter science fiction der Siebziger Jahre an. So wird schon beim Hinschauen klar, dass das, wo nach man sich richten soll, weit abgehoben über der leidigen, zur Bedeutungslosigkeit erklärten Wirklichkeit schwebt.

Diether Dehm!

Als sie in einem kecken Moment sagten, dass US-amerikanische Geheimdienste die Medien in der BRD steuerten und mit diesen Worten dem gut geölten Empörungsapparat der Journaille eine Dreitagesration Treibstoff gaben, da hatten sie gar nicht so unrecht, wie es Mitmensch Journalist mit seiner Mensch­lich­keit wegätzenden Mischung aus Arroganz und hochgehaltenem Ethos gern hätte. Es reicht, wenn sie das Wort “US-amerikanische Geheimdienste” durch das Wort “eine Handvoll Nach­richten­agen­turen und den Zwang zur Finanzierung durch Werbung” austauschen; das Faktum der weitgehenden externen Steuerung und Vorgabe von Relevanzkriterien bleibt bestehen. Weder Intelligenz, noch Wissen noch die Fähigkeit, Einsicht in komplexere Sachverhalte nehmen zu können, sind ein gutes Umfeld für die “Kommunikation” der Werbelügner, für die dieser ganze mediale Betrieb läuft.

Bitte hier entwerten

Man kann jede Forderung und jede Idee der Gestaltung des Miteinanders — und sei sie auch noch so erwägenswert, gut und notwendig — ganz einfach dadurch entwerten, dass man den Namen einer politischen Partei dahinter schreibt.

Schreiverstärker

In den auf Quoten, Leserzahlen und damit letztlich auf Einnahmen durch Reklame ausgerichteten Medien der Contentindustrie findet der Demagoge mit seinem sprachlichen Gepolter und dem gezielten Erwecken leicht erhitzbarer Affekte noch die beste Plattform, denn er ist eingängiger, skandalträchtiger, unterhaltsamer und damit verkaufbarer als das langsame, stille, verantwortungsvolle Denken und Abwägen eines Menschen, der nicht gleich schießen will. Sein Geschrei folgt den leeren Worten der Marktschreier und Quacksalber; seine Phrasen sind auch für tumbere Geister als etwas zu erkennen, was den slogans der Werber ähnlich ist; seine Verachtung der Intelligenz ist direktes Spiegelbild des mechanischen Menschenbildes jener, die mit Tricks, hypnotischen Verfahren und leicht erzeugbaren Affektketten aus einem vernunftfähigen Wesen einen dummen Konsumenten machen wollen, der Bestandteil einer leicht steuerbaren Masse ist. Von der Werbung als “Grund” für das Verbreiten jeglicher Kommunikation, von dem zur geschäftlichen Routine werdenden Gedanken jedes Medienschaffenden, mit welchen Mitteln, Personen und Themen jene Massen erreicht werden, die gegenüber den professionellen Lügnern der Werbebranche schließlich als Preis abgerechnet werden sollen, hin zum totalitären Staat voll von entpolitisierten und fügsamen Menschen ist es ein gerader und geradezu zwangsläufiger Weg.

Gruß an Mathias Döpfner

Der Armutsverneiner

“Seltsam”, sagte der Vorübergehende zum Christen, der neben ihm ging, “du kannst sagen, das Reichtum ja gar keine Sache des Geldes, sondern des Herzens ist, ja, dass so viele Reiche in Wirklichkeit arm und so viele Arme in Wirklichkeit reich sind, ohne dass du von dieser Verneinung des Offensichtlichen Hirnkrämpfe bekommst. Aber wenn du sagen wolltest, dass die Sehkraft gar nichts mit den Augen zu tun habe, ja, dass so mancher Mensch mit geschlossenen Augen besser sehen könne als mit geöffneten, dann würdest du doch hoffentlich noch etwas bemerken”…

Vorerst

Wenn Mitglieder und Mitmösen der gegenwärtigen Bundesregierung verlautbaren, dass es nach dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofes vorerst kein neues Gesetz zur dieser zur Verharmlosung als “Vorratsdatenspeicherung” bezeichneten anlasslosen Totalüberwachung der Kommunikation aller Menschen in der Bundesrepublik Deutschland geben wird, dann schwingt im “vorerst” mit, dass diese darauf warten, dass die so genannten “Grundrechte” noch relativer und unbedeutender werden, ja, dass diese Freunde eines totalitären Staates bei sich bietender Gelegenheit vielleicht sogar aktiv darauf hinarbeiten werden, dass Grund- und Menschenrechte weiter relativiert und ausgehöhlt werden.

Die Ware Liebe

Vertrauen in die Demokratie

Journalisten schreiben über die Machenschaften der classe politique ganz so, als ob man irgendein ominöses “Vertrauen in die Demokratie” noch verlieren könnte und sind damit bei aller zum Schein eingenommener kritischer Haltung die zuverlässigsten und verachtenswertesten Komplizen derer, die sich im Puppentheater des Reichstags als Volksvertreter aufführen und dabei so tun, als wäre ihnen etwas anvertraut. Wer im Angesicht aller obszön sichtbaren Korruption, Grundrechtsverachtung, Menschenrechtsverachtung, Überwachung, Willkür, Vetternwirtschaft, gezielten Verdrängung der geheimdienstlichen Überwachung, Selbstverherrlichung, Personenkulte, Vernunftverweigerung, Scheindebattenkultur, Erkenntnis- und Wissenschaftsverneinung und rein emotionalen Manipulation der Wahlberechtigten noch sagt, und sei es auch nur in der indirektesten Weise, er vertraue in die Demokratie, belegt damit, dass er ein Ausmaß der Blindgläubigkeit erreicht hat, die jedes ernsthafte Wort so sinnlos macht wie den Versuch, einem Denkgestörten seine fixen Ideen auszureden. Dieses “Vertrauen”, das in Wirklichkeit eine Mischung aus irrationalem Fürwahrhalten, Angst und Bequemlichkeit ist, muss nicht postuliert werden, es muss zerschlagen werden!

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